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Classic Album Guide

Feedback

Spirit · 1972 · Psychedelic Rock / Progressive Rock

1972 bei Epic veröffentlicht, ist Feedback Spirits fünftes Studioalbum mit zehn Titeln. Die Gründungsmitglieder Ed Cassidy und John Locke nahmen es mit den Brüdern Al und John Christian Staehely unter der Produktion von David Briggs auf.

Veröffentlicht 1972Fünftes Album mit zehn TitelnAufgenommen im November 1971
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Die Platte

Auf einen Blick

Künstler
Spirit
Veröffentlicht
1972
Album
Fünftes Studioalbum
Originaltitel
Zehn
Label
Epic KE 31175
Besetzung
Cassidy, Locke und die Brüder Staehely

Warum sie wichtig ist

Ein legitimes Spirit-Album aus einem fast vollständig veränderten Songwriterzentrum

Feedback ist das einzige Spirit-Studioalbum, auf dem Randy California nicht mitwirkt. Es ist zugleich das erste ohne Jay Ferguson und den ursprünglichen Bassisten Mark Andes. Die Veränderung ist deshalb kein kleiner Personalwechsel, sondern der Ersatz des wichtigsten Gitarristen, Sängers und Songwriters sowie der vertrauten Bassstimme der Gruppe.

Zwei Gründungsmitglieder bleiben. Ed Cassidys Schlagzeug und John Lockes Keyboards stellen eine echte Verbindung zu den ersten vier Alben her. Al Staehely übernimmt dagegen Bass, Hauptgesang und den Großteil der Kompositionen; sein Bruder John Christian Staehely spielt Gitarre und singt Begleitstimmen.

Das Ergebnis stellt die Bedeutung eines Bandnamens auf die Probe. Spirit hatte stets von fünf sehr unterschiedlichen Musikern gelebt. Feedback bewahrt zwei dieser Persönlichkeiten und David Briggs, den Produzenten von Twelve Dreams of Dr. Sardonicus, ordnet die Musik jedoch um einen neuen Songwriter und eine neue Frontlinie.

Al Staehely schreibt sieben der zehn Originaltitel allein. Locke komponiert die Instrumentals Puesta Del Scam und Trancas Fog-Out sowie das längere Darkness. Bei Mellow Morning teilt Staehely den Autorencredit mit dem ehemaligen Mitglied Mark Andes, ohne dass Andes zur Studiobesetzung gehört.

Aus dieser Verteilung entsteht eine klare Albumarchitektur. Direkter Rock mit Gesang dominiert, während Lockes drei Stücke die Songfolge durch keyboardgeführte Räume unterbrechen und an Spirits frühere Bereitschaft erinnern, die übliche Strophe-Refrain-Form zu verlassen.

Feedback erreichte Platz 63 der Billboard-Albumcharts und damit dieselbe Höchstposition wie Twelve Dreams of Dr. Sardonicus. Kommerziell blieb die veränderte Gruppe also sichtbar, auch wenn das Album im späteren Katalogruf weit stärker an den Rand geriet.

Das Album ist wichtig, weil eine verantwortungsvolle Geschichtsschreibung eine unbequeme Besetzung nicht ausradieren darf. Es entweder als klassischen Spirit oder als unechte Nachahmung zu bezeichnen, vereinfacht die Tatsachen: Es ist ein offiziell veröffentlichtes Spirit-Album, das unter belegten Umständen von einem Übergangsquartett aufgenommen wurde.

Die entscheidende redaktionelle Frage lautet daher nicht, ob es wie Taurus oder Nature’s Way klingt. Entscheidend ist, wie Cassidy und Locke reagieren, als eine im texanischen Hard Rock verwurzelte Songwriterpartnerschaft die Achse California–Ferguson ersetzt.

Ende 1971

Drei Abgänge, zwei Neuzugänge und eine Session im November 1971

Nach Twelve Dreams of Dr. Sardonicus verließen Jay Ferguson und Mark Andes die Band und gründeten mit Matt Andes und Curly Smith Jo Jo Gunne. Dadurch verlor Spirit zwei wichtige Songwriter und seinen ursprünglichen Bassisten.

Spirit arbeitete vorübergehend mit dem Bassisten John Arliss, bevor auch California ausstieg, um eine Solokarriere zu verfolgen. Cassidy und Locke holten daraufhin den Bassisten und Sänger Al Staehely sowie den Gitarristen John Christian Staehely in die Gruppe.

Das neue Quartett nahm im November 1971 in Kalifornien auf. Zeitgenössische Werbung von Epic stellte Cassidy, Locke und die Brüder Staehely als den neuen Spirit in den Vordergrund.

David Briggs kehrte als Produzent zurück, nachdem er bereits Twelve Dreams of Dr. Sardonicus betreut hatte. David Brown war für die Tontechnik verantwortlich; auf der Originalverpackung erhält außerdem die Gruppe selbst einen Produktionscredit.

Epic veröffentlichte das Album 1972 unter der Katalognummer KE 31175. Die ursprüngliche Gatefold-LP enthält zehn Titel, fünf auf jeder Seite, und dauert nach heutigen digitalen Zeitangaben knapp fünfunddreißig Minuten.

Manche Angaben nennen eine längere Spielzeit, weil eine spätere CD-Ausgabe New York City ergänzt. Dieser Titel steht nicht auf der ursprünglichen Epic-LP und muss außerhalb der Grenze von zehn Songs bleiben.

Feedback erreichte in den USA Platz 63. Die Tour stabilisierte diese Besetzung jedoch nicht: Cassidy und Locke stiegen anschließend aus, und die Brüder Staehely arbeiteten noch kurze Zeit unter dem Namen Spirit weiter, bevor sie als Sta-Hay-Lee auftraten.

Randy California und Cassidy sollten Spirit später in einer anderen Besetzung reaktivieren. Feedback bildet deshalb ein abgeschlossenes Studiokapitel und keinen dauerhaften Ersatz sämtlicher früheren musikalischen Beziehungen.

Das Feedback-Quartett

Cassidy und Locke treffen auf die Brüder Staehely

Al StaehelyBass, Hauptgesang, wichtigster Songwriter
John Christian StaehelyGitarre und Begleitgesang; als Chris Staehely genannt
John LockeKeyboards und Komponist dreier Titel
Ed CassidySchlagzeug und Perkussion
David BriggsProduzent
David BrownTontechnik
The Marin County Off-the-Wall SingersGesang bei Witch
Don Peterson, Spirit and Virginia TeamFotografie und künstlerische Leitung

Al Staehely ist der zentrale Autor und Sänger des Albums. Sein Bass ersetzt Andes nicht einfach, sondern trägt Songs, die um Staehelys eigene Gesangsphrasierung und ein konventionelleres Rockvokabular der frühen Siebziger gebaut sind.

John Christian Staehely übernimmt eine schwierige Gitarrenrolle, ohne Californias akustische Feinheit oder seinen sehr individuellen elektrischen Ton nachzuahmen. Seine Aufgabe besteht aus Riffs, Akkordantrieb und gesanglicher Unterstützung innerhalb der gemeinsamen Musiksprache der Brüder.

Locke schafft die deutlichste kompositorische Verbindung zum früheren Spirit. Puesta Del Scam, Darkness und Trancas Fog-Out bilden drei unterschiedliche, keyboardzentrierte Unterbrechungen: ein kurzes Instrumental, ein längeres atmosphärisches Stück und ein weiteres knappes Instrumental kurz vor dem Finale.

Cassidy bleibt unverkennbar wichtig, weil das neue Material zugleich Gewicht und Beweglichkeit verlangt. Er kann Cadillac Cowboys und Earth Shaker unmittelbar antreiben und Locke dennoch Raum geben, Metrum, Dichte und harmonischen Schwerpunkt zu verändern.

Briggs versucht nicht, Twelve Dreams of Dr. Sardonicus nachzubauen. Er nimmt das tatsächlich vorhandene Quartett auf, bevorzugt einen klaren Zusammenprall von Gitarre und Bass und hält Locke hörbar, wenn die Arrangements weiter werden.

Die Brüder prägen die vokale Oberfläche, doch das Album ist kein Staehely-Duoprojekt mit anonymer Begleitung. Cassidys Attacke und Lockes eigene Kompositionen verändern wiederholt die Richtung beider Plattenseiten.

Mark Andes erscheint ausschließlich im Autorencredit von Mellow Morning. Die Trennung von Komposition und Ausführung verhindert, dass innerhalb eines Albums, auf dem er nicht spielte, eine falsche Wiedervereinigung entsteht.

Die Marin County Off-the-Wall Singers erweitern das Finale von Witch. Ihr klar begrenzter Gastauftritt verleiht dem Schlussstück eine gemeinschaftliche vokale Größe, die im übrigen Album nicht verwendet wird.

Ein verändertes Zentrum

Direkter Hard Rock mit Lockes instrumentalen Umwegen

Feedback tauscht die rasch wechselnde orchestrale Psychedelia des ursprünglichen Quintetts gegen ein festeres Hard-Rock-Zentrum. Gitarre und Bass bewegen sich häufig als Einheit, sodass Al Staehelys Hauptgesang den Vordergrund einnehmen kann.

Country-Farbe gelangt über Titel, Gitarrenartikulation und Straßenbilder in die Musik, nicht durch einen vollständigen Genrewechsel. Cadillac Cowboys und Mellow Morning wirken erdverbundener als Spirits Platten der späten Sechziger.

Die kurzen Formen sind bewusst gewählt. Chelsea Girls, Cadillac Cowboys, Ripe and Ready, Earth Shaker und Right on Time legen ihre Grundmuster schnell fest und verzichten auf lange instrumentale Codas.

Puesta Del Scam ist die erste Unterbrechung. Lockes keyboardgeführtes Instrumental nimmt den neuen Hauptsänger zwei Minuten lang aus dem Bild und prüft, wie viel von Spirits Ensembleidentität ohne Text bestehen bleibt.

Darkness nimmt sich mehr Zeit und trägt größeres atmosphärisches Gewicht. Keyboards und Rhythmusgruppe bauen einen schattigen Raum, der sich klar von den direkten Liebes- und Straßensongs in seiner Umgebung unterscheidet.

Earth Shaker eröffnet Seite zwei mit der Rückkehr körperlicher Kraft. Der Titel wird zur Spielanweisung: Nach dem schwebenden Ende von Darkness setzen Schlagzeug, Bass und Gitarre den Schwerpunkt wieder auf Wucht.

Mellow Morning senkt den Druck durch eine entspanntere Melodieführung. Der gemeinsame Autorencredit mit Mark Andes verbindet den Song mit einer früheren Schreibgeschichte, ohne an der vierköpfigen Studiobesetzung etwas zu ändern.

Trancas Fog-Out ist Lockes zweites Instrumental und die letzte konzentrierte Erinnerung an das Jazz-Psych-Erbe des Albums. Seine kurze Form wirkt wie eine Lichtung vor Witch.

Witch dauert mehr als fünf Minuten und setzt zusätzliche Gruppenstimmen ein. Der Abschluss erweitert Al Staehelys Songwriting, statt mit einem Locke-Instrumental zu enden, und bestätigt damit, wo das Zentrum der neuen Band liegt.

Die Produktion ist weniger vielschichtig als bei Sardonicus. Dieser Unterschied sollte beschrieben und nicht automatisch als Mangel behandelt werden: Feedback soll ein Quartett beim Spielen von Songs hörbar machen, statt jeden Übergang in ein Studioereignis zu verwandeln.

Titel für Titel

Zehn Titel einer Besetzung für nur ein Album

01

Chelsea Girls

Al Staehely stellt den veränderten Spirit mit einem urbanen Figurensong statt einer kosmischen Erklärung vor. Gitarre, Bass und Schlagzeug setzen sofort den neuen Hard-Rock-Rahmen; Lockes Keyboards fügen Farbe hinzu, ohne die Kontrolle der Brüder über Stimme und Riff zu verdecken.

02

Cadillac Cowboys

Automobil- und Westernbilder treffen in einem kompakten Road-Rock-Entwurf zusammen. Cassidy treibt den Beat an, und John Staehelys Gitarre hält den Song geradlinig in Bewegung. Das kulturelle Gelände unterscheidet sich deutlich von Topanga Windows oder Nature’s Way: Mobilität entsteht nun durch amerikanische Maschinen.

03

Puesta Del Scam

Lockes kurzes Instrumental entfernt den Hauptgesang und lockert nach zwei direkten Songs den Griff des Albums. Keyboards führen einen knappen Austausch des Ensembles und lassen Cassidys Beweglichkeit hervortreten. Die Kontinuität liegt im musikalischen Verhalten, nicht in der Kopie einer früheren Spirit-Melodie.

04

Ripe and Ready

Staehely kehrt mit einem Song zurück, der Erwartung durch körperliche Unmittelbarkeit ausdrückt. Das Arrangement konzentriert sich auf Stimme, Gitarre und Rhythmusgruppe und behandelt Bereitschaft als Schwung. Die knappe Form verhindert, dass aus dem Verlangen ein langes psychologisches Porträt wird.

05

Darkness

Locke beendet Seite eins mit dem längsten schattigen Innenraum des Albums. Keyboardharmonik und eine geduldige Rhythmusgruppe erzeugen mehr Tiefe als die direkte Ansprache der vorherigen Songs. Als seine einzige längere Komposition trägt das Stück einen großen Teil von Feedbacks Verbindung zu Spirits experimenteller Seite.

06

Earth Shaker

Seite zwei beginnt mit Al Staehelys schwerster körperlicher Behauptung. Cassidys Schlagzeug rechtfertigt den Titel, während Gitarre und Bass ein stumpfes, geerdetes Riff verstärken. Der Song ist keine ökologische Fortsetzung von Sardonicus; es geht um Kraft, Anziehung und die Wirkung einer Person, die den Raum betritt.

07

Mellow Morning

Der gemeinsam mit dem ehemaligen Mitglied Mark Andes geschriebene Song macht die Seite sanfter, ohne Andes in das Studioquartett zu versetzen. Ein entspanntes Tempo und ein leichteres Melodieprofil lassen nach der Wucht von Earth Shaker einen Morgen anbrechen. Historischer Co-Autorencredit und aktuelle Darbietung müssen als getrennte Tatsachen gehört werden.

08

Right on Time

Staehely verwandelt richtiges Timing in Gewissheit. Die Band hält das Arrangement sparsam; Bass und Gitarre tragen einen Gesang, der auf Ankunft statt Verzögerung gebaut ist. Diese Effizienz verstärkt den Kontrast zum folgenden Instrumental von Locke.

09

Trancas Fog-Out

Lockes zweites Instrumental ist knapp, atmosphärisch und nahe am Ende platziert, ohne selbst das Finale zu bilden. Keyboardfiguren ziehen durch eine nebligere Ensembletextur und setzen die direkte Sprache des Albums vor der abschließenden vokalen Erweiterung vorübergehend aus.

10

Witch

Der längste Titel beendet die ursprüngliche LP mit Al Staehelys Song und zusätzlichen Stimmen der Marin County Off-the-Wall Singers. Rock, Country-Färbung und gemeinschaftlicher Refrain treffen zusammen, ohne zum Klang des alten Quintetts zurückzukehren. Das Album endet, indem es seine neue Identität vergrößert, nicht indem es sich für sie entschuldigt.

Zehn einzelne Situationen

Städte, Straßen, Bereitschaft und instabile Anziehung

Feedback ist kein Konzeptalbum. Seine Geschlossenheit entsteht aus einem wiederkehrenden Vokabular von Bewegung, Bereitschaft, körperlicher Kraft und Begegnungen mit markant gezeichneten Frauenfiguren.

Chelsea Girls und Witch rahmen die LP mit Frauenfiguren ein, doch ihre Schauplätze unterscheiden sich. Der Auftakt ist urban und knapp; das Finale ist ausgedehnt, aufgeladen und gemeinschaftlich.

Cadillac Cowboys macht Identität beweglich, indem der Song ein Luxusauto mit Westernmythologie verbindet. Dieser Zusammenstoß gehört unverkennbar zur bodenständigen amerikanischen Bildwelt des neuen Songwriterzentrums.

Ripe and Ready und Right on Time betrachten Erwartung aus entgegengesetzten Positionen. Der eine Song baut auf eine Handlung hin, der andere stellt Ankunft als Bestätigung dar.

Darkness und Trancas Fog-Out verwenden eingeschränkte Sicht auf unterschiedliche Weise. Darkness ist emotional und ausgedehnt, während Nebel zur Atmosphäre eines kurzen Instrumentals wird.

Earth Shaker beschreibt Anziehung als körperliche Erschütterung. Trotz des gewaltigen Titels bleibt der Maßstab körperlich statt planetarisch.

Mellow Morning bietet die deutlichste Entspannung des Albums. Der Morgen ist weder Gefahr noch Eroberung, sondern ein vorübergehender Tempowechsel.

Lockes zwei Instrumentals erzählen erklärtermaßen keine Geschichte, und genau das ist wichtig. Sie lassen Form, Textur und Ensemble-Timing ein Album unterbrechen, das sonst von sprachlich geschilderten Situationen beherrscht wird.

Der Titel Feedback kann auf Klang verweisen, der durch ein System zurückkehrt, und auf eine Band, die ihre veränderte Identität von den Hörern zurückgespiegelt bekommt. Die Platte entwickelt daraus keine wörtliche Handlung; der Guide behandelt dies deshalb als hilfreichen Rahmen und nicht als bestätigtes Konzept.

Epic KE 31175

Ein Gatefold kündigt das neue Quartett an

Die ursprüngliche amerikanische Gatefold-LP erschien bei Epic als KE 31175. Ihre zehn Titel verteilen sich mit je fünf auf beide Seiten; Darkness und Witch schließen die jeweiligen Hälften ab.

Spirit und Virginia Team erhalten Credits für die künstlerische Leitung, Don Peterson für die Fotografie. Die Verpackung zeigt das veränderte Quartett als aktive Band, statt die Abgänge zu verbergen.

Zeitgenössische Epic-Werbung nannte Ed Cassidy, John Locke und die Brüder Staehely ausdrücklich. Diese Werbung belegt deutlich, dass das Label den Personalwechsel als neue Spirit-Besetzung vermarktete.

Das Gatefold-Format verleiht dem Album trotz seiner knappen Spielzeit physische Größe. Es fordert den Käufer auf, Feedback als vollständiges neues Kapitel und nicht als provisorische Sammlung von Singles zu betrachten.

Spätere CD-Gestaltungen und Titellisten können New York City enthalten. Das ursprüngliche visuelle und musikalische Objekt endet mit Witch.

1972

1972: Kontinuität im Namen, Bruch im Klang

Epic veröffentlichte Feedback 1972; zeitgenössische Branchenwerbung erschien im März. In den USA trug das Album die Katalognummer KE 31175.

Die LP erreichte Platz 63 der Billboard-Albumcharts. Das entspricht der Höchstposition von Twelve Dreams of Dr. Sardonicus, obwohl beide Platten später einen sehr unterschiedlichen Ruf entwickelten.

Die kritische Reaktion teilt sich häufig zwischen Hörern, die die präzise Hard-Rock-Neuerfindung des Quartetts schätzen, und solchen, denen sie neben Spirits ersten vier Alben zu konventionell erscheint.

Dieser Streit dreht sich teilweise um den Namen. Ohne Spirits Vorgeschichte gehört, ist das Album eine knappe Rockplatte der frühen Siebziger mit drei Locke-Kompositionen; als fünftes Spirit-Album gehört, wirkt jedes geradlinige Riff wie ein Bruch mit California und Ferguson.

Die ursprünglichen zehn Titel versuchen nicht, einen alten Spirit-Hit zu covern. Das Quartett begründet seinen Anspruch mit neuen Kompositionen, auch wenn das musikalische Vokabular vertrauter ist als zuvor.

Nach der Veröffentlichung blieb die Band nicht stabil. Cassidy und Locke stiegen während der Tourphase aus, sodass diese genaue Besetzung ihren Ansatz nicht auf einer zweiten Studio-LP weiterentwickeln konnte.

Das fünfte Album

Das umstrittene fünfte Kapitel

Feedback bleibt die umstrittenste Verwendung des Namens Spirit im Katalog. Dieser Streit ist historisch aufschlussreich, weil zwei Gründer blieben und zwei neue Mitglieder die Musik tatsächlich veränderten.

Al Staehelys sieben alleinige Autorencredits machen es zum einzigen Spirit-Album, das so vollständig um sein Schreiben und seine Hauptstimme gebaut ist. John Christian Staehelys Gitarre erscheint ebenfalls auf keinem anderen Spirit-Studioalbum dieser Periode.

Lockes drei Stücke bewahren eine Linie aus der Keyboard- und Jazzsprache der ursprünglichen Gruppe. Ohne sie würde der Übergang noch endgültiger klingen.

Cassidy bildet durch den körperlichen Klang die Brücke. Sein Schlagzeug verbindet Fresh-Garbage und Mr. Skin mit Feedbacks härteren Songs, doch er passt sich an, statt alte Muster zu wiederholen.

Time Circle, die große Anthologie der Originalbesetzung von 1991, enthält nichts aus Feedback. Diese Auslassung entspricht ihrem gewählten Schwerpunkt auf die ursprüngliche Gruppe von 1968–72, trug aber zugleich dazu bei, das fünfte Album von der vertrauten Erzählung zu trennen.

Die CD von 2004 ergänzte New York City und machte damit einen weiteren Song von Al Staehely öffentlich zugänglich. Seine Anwesenheit sollte das Archiv erweitern, ohne die LP von 1972 umzuschreiben.

Nach dem Ende dieser Besetzung nahmen die Brüder Staehely gemeinsam als Sta-Hay-Lee auf. Spirit selbst kehrte über California und Cassidy zurück, wodurch Feedback zugleich offizielles Kapitel und abgeschlossener Seitenzweig wurde.

Das fairste Vermächtnis ist weder eine verordnete Rehabilitierung noch eine ritualisierte Ablehnung. Feedback ist ein gut gespieltes Übergangsalbum, dessen Direktheit offenlegt, wie stark die ausgeschiedenen Songwriter Spirits frühere Eigenart bestimmt hatten.

Originalprogramm

Zehn Originaltitel vor einer späteren Ergänzung

KE 31175: zehn Titel, endend mit Witch.
Zehn Titel und etwa fünfunddreißig Minuten; bewahrt den Umfang des Originals.
Ergänzt New York City nach dem vollständigen Originalalbum.

Die ursprüngliche LP enthält zehn Titel, fünf pro Seite. Darkness schließt Seite eins, Witch Seite zwei. New York City ist ein späterer CD-Bonustitel und kein ursprünglicher elfter Track. Mark Andes schrieb Mellow Morning mit, spielt aber nicht auf Feedback.

Randy California, Jay Ferguson und Mark Andes fehlen in der Albumbesetzung. Al Staehely schrieb sieben Originaltitel allein, Locke drei; Mellow Morning ist die Gemeinschaftskomposition von Staehely und Andes. Manche Datenbanken beziehen den Bonustitel in die Spielzeit ein und dürfen deshalb nicht als Quelle für die Dauer der Original-LP dienen. Eine korrekte Ausgabe darf die Feedback-Besetzung nicht mit den Mitgliedern des ursprünglichen Quintetts vermischen.

Ein Hörweg

Erst die neue Band hören, dann mit der alten vergleichen

  1. Mit Chelsea Girls und Cadillac Cowboys beginnen, ohne einzelne Gitarrenphrasen mit California zu vergleichen; stattdessen die eigene Balance des neuen Quartetts aus Bass, Gitarre und Gesang erfassen.
  2. An Puesta Del Scam hören, was Locke und Cassidy über den Personalbruch hinweg bewahren.
  3. Darkness die erste Seite abschließen lassen. Sein Umfang erschließt sich besser als Endpunkt nach vier kürzeren Stücken.
  4. Die körperliche Attacke von Earth Shaker mit der Entspannung von Mellow Morning und der Ökonomie von Right on Time vergleichen.
  5. Trancas Fog-Out als Lockes letzte Unterbrechung hören, bevor Witch Al Staehelys Sprache durch Gaststimmen erweitert.
  6. Für das historische Album nach Witch stoppen und New York City anschließend als getrennten Anhang behandeln.
  7. Feedback erst nach der vollständigen Folge von zehn Titeln mit Sardonicus vergleichen; der Kontrast wird dann zur Beobachtung statt zur Erwartung.

Recherche und Quellen

Quellen und weiterführende Lektüre

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