Hörempfehlungen
Bands, die Progressive Rock, Psychedelic Rock und Krautrock prägten. Wo man beginnen kann, welche Alben zentral sind und warum sie noch immer zählen.
Progressive Rock
Aus Jazz, Klassik und den experimentellen Rändern des Rock der späten Sechziger entstanden, erweiterte Progressive Rock die Vorstellung davon, was ein Song sein konnte. Seitenlange Kompositionen, ungerade Taktarten und Konzeptalben machten Form selbst zum Experiment.
King Crimson
Robert Fripps wechselnde Besetzungen verbanden früh orchestrale Klangfarben, harte Dynamik und offene Formen. In the Court of the Crimson King bündelte diese Sprache 1969 zu einem prägenden frühen Progressive-Rock-Album.
Yes
Yes verbanden mehrstimmigen Gesang, instrumentale Virtuosität und groß angelegte Formen. Die Alben von 1971 bis 1974 zeigen, wie technische Komplexität zugleich melodisch und unmittelbar wirken kann.
Genesis
Mit Peter Gabriel als Sänger entwickelten Genesis detailreiche, theatralische Erzählwelten. Selling England by the Pound verbindet englische Bildsprache, lange Formen und fein abgestufte Arrangements besonders geschlossen.
Emerson, Lake & Palmer
Emerson, Lake & Palmer übertrugen klassische Vorlagen, elektronische Keyboards und die Kraft eines Rocktrios in groß angelegte Arrangements. Keith Emersons Tastenarbeit, Greg Lakes Gesang und Carl Palmers Schlagzeug bestimmen den unverwechselbaren Maßstab der Band.
Jethro Tull
Unter Ian Anderson verbanden Jethro Tull Flöte, Rockband, britische Folk-Einflüsse und literarisch geprägte Texte. Alben wie Aqualung und Thick as a Brick zeigen ihre Spannweite zwischen knappen Songs und ausgedehnten Formen.
Gentle Giant
Gentle Giant verbanden Progressive Rock mit Kontrapunkt, komplexen Rhythmen und ungewöhnlich breiter Instrumentierung. Ihre Arrangements greifen auf mittelalterliche und Renaissance-Klangvorstellungen zurück, ohne den Charakter einer Rockband zu verlieren.
Psychedelic Rock
Psychedelia erweiterte Songform und Klangraum. Von San Francisco bis London nutzten Bands das Studio als Instrument und verbanden Rock mit neuen Aufnahmetechniken, Improvisation und veränderter Wahrnehmung.
Pink Floyd
Pink Floyds frühe Jahre mit Syd Barrett stehen für kompakte britische Psychedelia; die spätere Phase entwickelte daraus großflächige, konzeptuelle Studioalben. Der Übergang zwischen beiden Epochen macht die Diskografie besonders aufschlussreich.
The Doors
The Doors arbeiteten ohne festes Bassmitglied; Ray Manzarek übernahm im Konzert häufig Basslinien auf dem Keyboard. Orgel, Gitarre, Schlagzeug und Jim Morrisons Gesang gaben der Band ihren dunklen, theatralischen Klang.
Love
Arthur Lees Band verband Folkrock, Psychedelia und kammermusikalische Arrangements. Forever Changes aus dem Jahr 1967 ist der geschlossenste Ausdruck dieser Mischung aus akustischer Feinheit und unterschwelliger Unruhe.
13th Floor Elevators
Die 13th Floor Elevators aus Austin gehörten zu den frühesten Bands, die „psychedelic“ ausdrücklich zur Beschreibung ihrer Musik verwendeten. Roky Ericksons Gesang und Tommy Halls elektrisch verstärkter Jug prägen den rohen Klang ihres Debüts.
The Pretty Things
The Pretty Things entwickelten sich vom rauen Rhythm-and-Blues zu psychedelischen Studioarbeiten. S.F. Sorrow erschien 1968 als frühe zusammenhängende Rockerzählung; Parachute führte ihre experimentelle Albumarbeit weiter.
Spirit
Spirit verbanden Randy Californias Gitarre mit Ed Cassidys jazzgeprägtem Schlagzeug und komplexer Studioarbeit. The Twelve Dreams of Dr. Sardonicus bietet einen besonders vielseitigen Einstieg in ihre psychedelische, jazzige und melodische Seite.
Krautrock
In Westdeutschland suchten viele Bands der späten Sechziger und Siebziger nach Alternativen zu angloamerikanischen Rockmustern. Daraus entstanden sehr unterschiedliche Ansätze zwischen Improvisation, Motorik, Elektronik, Collage und psychedelischem Rock.
Can
Can entwickelten lange, hypnotische Grooves aus kollektiver Improvisation, Jaki Liebezeits präzisem Schlagzeug und Holger Czukays Tonbandschnitt. Tago Mago zeigt besonders deutlich, wie die Band Improvisationen in Albumform überführte.
Neu!
Michael Rother und Klaus Dinger gründeten Neu! nach ihrer Zeit bei Kraftwerk. Dingers gleichmäßiger Vorwärtsrhythmus und Rothers offene Gitarrenflächen halfen, den später „Motorik“ genannten Ansatz zu definieren.
Kraftwerk
Ralf Hütter und Florian Schneider entwickelten Kraftwerk zu einem konsequent elektronischen Ensemble. Von Autobahn bis Computerwelt verband die Band wiederholte Rhythmen, synthetische Klangfarben und präzise Bildsprache.
Tangerine Dream
Edgar Froeses Tangerine Dream prägten die sequenzer- und synthesizerbasierte Elektronik der Berliner Schule. Phaedra und Rubycon verbinden wiederholte elektronische Muster mit langsam wandelnden Klangräumen.
Faust
Faust arbeiteten mit Collage, Geräusch, Melodie, Fundklängen und abrupten Schnitten. Die Musik wirkt oft zugleich aufgebaut und zerlegt; genau diese Offenheit unterscheidet ihre Alben von geradlinigerem Krautrock.
Amon Düül II
Amon Düül II gingen aus der Münchner Kommune Amon Düül hervor und verbanden ausgedehnte Psychedelia mit härteren Rockpassagen. Das Doppelalbum Yeti kombiniert komponierte Stücke und Improvisationen zu einem zentralen frühen Werk der Band.
Wie diese Klänge Gestalt annahmen
Vertiefen Sie die Empfehlungen mit ausführlichen Originalbeiträgen, die Alben, Szenen und Wendepunkte der Zeitleiste miteinander verbinden.

Die härtere Seite der Psychedelia
Electric Ladyland, Studioexperimente und die wachsenden Möglichkeiten elektrischer Klanggestaltung.

Progressive Rock nimmt Gestalt an
Wie King Crimson eine bereits entstehende musikalische Sprache bündelten.

Die Kunst der geschnittenen Improvisation
Can, Tonbandschnitt und die Verwandlung kollektiver Improvisation in Albumarchitektur.

Das globale Progressive-Rock-Album
Wie Pink Floyd Studioarbeit, Konzept und Zugänglichkeit verbanden, ohne den Maßstab zu verkleinern.
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