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Klassischer Albumguide

John Barleycorn Must Die

Traffic · 1970 · Psychedelic Rock / Jazz Rock

Im Juli 1970 bei Island erschienen, ist John Barleycorn Must Die Traffics viertes Studioalbum mit sechs Titeln: Winwood, Capaldi und Wood verwandeln begonnene Solosessions in eine weiträumige Verbindung aus Jazzrock, Folkballade und Songkunst.

Veröffentlicht im Juli 1970Viertes Studioalbum mit sechs TitelnProduziert von Steve Winwood und Chris Blackwell
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Die Platte

Auf einen Blick

Künstler
Traffic
Veröffentlicht
Juli 1970
Album
Viertes Studioalbum
Originaltitel
Sechs
Label
Island
Produktion
Steve Winwood und Chris Blackwell; Guy Stevens bei einem frühen Titel

Warum sie wichtig ist

Traffic kehrt zurück und baut sich um drei Multiinstrumentalisten neu auf

John Barleycorn Must Die stellt Traffic neu auf, ohne eine einfache Fortsetzung von 1967 vorzutäuschen: Dave Mason fehlt, Winwood, Capaldi und Wood entwickeln eine offenere Instrumentalsprache.

Das Projekt begann nach Blind Faith als Soloverpflichtung von Steve Winwood; erst Capaldi und dann Wood machten den Namen Traffic musikalisch wieder zutreffend.

Ohne festen Bassisten übernimmt Winwood neben Keyboards, Gitarre und Leadgesang auch Bass und lässt Raum für Woods Bläser und Capaldis Perkussion.

Sechs Titel verbinden Instrumentalkomposition, kompakte Songs und eine alte englische Ballade; Glad geht direkt in Freedom Rider über, der akustische Titelsong bildet das dramatische Zentrum.

Das Album etabliert die Methode der Siebzigerphase: längere Formen, Jazz-Interaktion und Perkussion als gleichwertige rhythmische Kraft.

Die Konzentration auf sechs Titel gibt jedem Arrangement eine eigene Grammatik und verhindert eine bloße Demonstration von Winwoods Fähigkeiten.

London, 1970

Aus einer Soloverpflichtung wird eine Gruppenwiedervereinigung

Traffic hatte sich 1968 getrennt; Winwood gründete Blind Faith mit Eric Clapton, Ginger Baker und Ric Grech, die nur ein Album und eine Tour bestanden.

Anfang 1970 begann Winwood ein geplantes Soloalbum, zeitweise Mad Shadows genannt, und wollte die Instrumente selbst spielen.

Jim Capaldi kam mit Schlagzeug, Perkussion, Gesang und Texten hinzu, Chris Wood mit Saxofon, Flöte, Orgel und Perkussion.

Stranger to Himself begann unter Guy Stevens; Winwood und Island-Gründer Chris Blackwell tragen die Hauptproduktionscredits.

Andy Johns und Brian Humphries betreuten die Technik; aufgenommen wurde in den Londoner Island- und Olympic-Studios.

Island veröffentlichte das entstandene Traffic-Album im Juli 1970 mit sechs Titeln; spätere Ausgaben ergänzten Studio- und Liveaufnahmen.

Seite eins steigt von Glad über Freedom Rider zu Empty Pages, Seite zwei führt von geschichtetem Rock über die Akustikballade zum orgelgetragenen Finale.

Traffic als Trio

Winwood, Capaldi und Wood ohne festen Bassisten

Steve WinwoodLeadgesang, Orgel, Klavier, E-Piano, Gitarre, Bass, Perkussion und Produktion
Jim CapaldiSchlagzeug, Perkussion, Tamburin, Gesang und Texte
Chris WoodSaxofon, Flöte, Orgel und Perkussion
Chris BlackwellProduktion
Guy StevensFrühe Produktion von Stranger to Himself
Andy Johns und Brian HumphriesTontechnik

Winwood erfüllt mehrere Bandfunktionen, doch seine Overdubs wirken nicht wie Technikschau; Bass und Keyboards lassen Interaktion zu.

Capaldis Schlagzeug vermeidet ständige Rockbetonung; Becken, Handperkussion und kleine Akzente können ganze Abschnitte lenken.

Wood behandelt Saxofon und Flöte als Kompositionsstimmen: dringend in Freedom Rider, zurückhaltend im Titelsong.

Ohne Masons gitarrengeführte Songs verschiebt sich die Balance zu Keyboards und Bläsern, obwohl Akustikgitarre verfügbar bleibt.

Capaldi und Winwood teilen Worte und Musik; die Trioform beruht auf überlappenden Instrumentalrollen statt festen Begleitfunktionen.

Winwoods Bass nutzt kurze Figuren, stützt die Keyboardharmonie und hält den unteren Mittelbereich für Woods Tenorsaxofon frei.

Capaldis Texte und Winwoods Stimme bilden eine Partnerschaft und kein isoliertes Singer-Songwriter-Statement.

Jazz, Folk und Rock

Keyboards, Bläser, Perkussion und offener Bassraum

Glad beginnt mit Klavier und Rhythmus statt Gesangshook und schafft improvisatorischen Raum um eine klare wiederkehrende Figur.

Freedom Rider setzt den Fluss mit Bläsern und Orgel fort, Empty Pages verdichtet das Trio, Stranger to Himself zeigt Winwoods Solo-Ursprung am deutlichsten.

Der Titelsong entfernt elektrisches Gewicht; Akustikgitarre, Stimme, Flöte und Handperkussion erzählen die traditionelle Geschichte nüchtern.

Every Mother’s Son stellt Orgelgröße und längere Entwicklung wieder her und endet nach der rituellen Gewalt der Ballade nachdenklich.

Das Jazzelement liegt in Interaktion, Synkope und Entwicklung, nicht in der Kopie eines festen Jazzensembles; Rocksongs und Folk-Erzählung bleiben gleich wichtig.

Stereoraum trennt Winwoods Overdubs von Woods und Capaldis Teilen, während Motive und Perkussion alles wieder in ein gemeinsames Feld ziehen.

Titel für Titel

Sechs ausgedehnte, klar unterschiedene Werke

01

Glad

Winwoods Klavierfigur kehrt wieder, während Orgel, Saxofon, Bass und Schlagzeug das Feld erweitern; das Trio stellt sich vor dem ersten Leadgesang durch Interaktion vor.

02

Freedom Rider

Der Übergang trägt Glads Energie in den Capaldi-Winwood-Song; Woods Saxofon und Flöte geben dem Reisenden Dringlichkeit und Luft.

03

Empty Pages

E-Piano, Bass und kompakter Groove tragen einen Song über Worte, Erfahrung und das Ungeschriebene und schließen Seite eins fokussiert.

04

Stranger to Himself

Winwood schichtet Gitarre, Bass, Keyboards und Stimme um Capaldis Schlagzeug; das geteilte Selbstbild entspricht der Aufnahmemethode.

05

John Barleycorn

Traffic adaptiert die Ballade vom personifizierten Korn, das geschnitten und zu Getränk verwandelt wird, mit ernster Stimme, Flöte und sparsamer Perkussion.

06

Every Mother's Son

Winwood und Capaldi schließen mit langer Orgel, gemessenem Schlagzeug und einem Gesang über Isolation und gemeinsame menschliche Grenzen.

Sechs Formen

Freiheit, Erschöpfung, Erneuerung und Opfer

Die sechs Titel haben keine Handlung, prüfen aber Freiheit gegen Begrenzung: Bewegung, innere Spaltung, Ausdrucksgrenzen und den Zyklus von Wachstum, Zerstörung und Wiedergeburt.

Auch die Albumgeschichte spiegelt Erneuerung: Aus einem Soloprojekt wird durch Beziehungen eine wiederbelebte Gruppe, Every Mother’s Son weitet private Unsicherheit ins Gemeinsame.

Die alte Ballade stellt persönliche Entfremdung neben einen Gemeinschaftsmythos, in dem Zerstörung, Ernte und Rausch über Generationen wiederkehren.

Island ILPS 9116

Eine gewebte Figur und die Wiedergeburt von Traffic

Die gewebte, sackleinenartige Figur verbindet Korn, Opfer und Ballade; raue Oberfläche kontrastiert saubere Studiotiefe, während der Todestitel Traffics Rückkehr begleitet.

Juli 1970

Island, Juli 1970

Island veröffentlichte das vierte Traffic-Album im Juli 1970 mit drei Titeln je Seite und dem direkten Übergang Glad/Freedom Rider; es wurde die erste US-Top-Ten-LP der Band.

Kritik hob die instrumentale Spannweite und die Folk-Integration hervor; spätere Ausgaben wurden länger, doch der Kern bleibt das streng geordnete Sechs-Titel-Album.

Traffic wiedergeboren

Das Modell für Traffics zweite Phase

Das Album legte die Grundlage für The Low Spark of High Heeled Boys; Glad/Freedom Rider wurde ein verbundenes Repertoirestück, der Titelsong eine dauerhafte Rockbearbeitung der Ballade.

Winwoods Mehrfachrolle prägt den Klang, doch Wood und Capaldi verwandeln private Studioarbeit in Traffic; die Rückkehr gelingt durch eine neue Balance statt durch Kopie von Dear Mr. Fantasy.

Progressive Größe braucht hier keine seitenlange Suite: Entwicklung entsteht durch sechs präzise geordnete, kontrastierende Formen.

Originalprogramm

Sechs Originaltitel, spätere Singles und Live-CDs

Sechs Titel bis Every Mother’s Son.
Das Album, gefolgt von zeitgenössischem Nicht-Album-Studiomaterial.
Originalalbum, Studiozusätze und eine getrennte Fillmore-East-Live-CD von 1970.

Beenden Sie das Original nach Every Mother’s Son, hören Sie Glad/Freedom Rider ohne Pause und behandeln Sie zwei spätere Studiosongs sowie Fillmore East getrennt.

Ein guter Master bewahrt Klavierattacke, Orgeltiefe, Bass und Bläseratem; digitale Titelnummern dürfen keinen künstlichen Schnitt in den ursprünglichen Übergang setzen.

Ein Hörweg

Dem entstehenden Trio folgen

  1. Folgen Sie dem vollständigen Übergang von Glad zu Freedom Rider.
  2. Hören Sie in Empty Pages, wie sich das offene Trio zu einem Song verdichtet.
  3. Vergleichen Sie die geschichtete Konstruktion von Stranger to Himself mit dem umgebenden Triospiel.
  4. Schenken Sie John Barleycorns akustischem Raum nach den elektrischen Titeln volle Aufmerksamkeit.
  5. Lassen Sie Every Mother’s Son die Originalfolge beenden, bevor Sie Extras erkunden.

Recherche und Quellen

Quellen und weiterführende Lektüre

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