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Klassischer Albumguide

Wow

Moby Grape · 1968 · Psychedelic Rock

Wow erschien im April 1968 bei Columbia: Moby Grapes von David Rubinson produziertes zweites Album mit zwölf Titeln, erweitert um Orchestrierung, Studioeffekte, Arthur Godfreys 78-U/min-Foxtrott und starke Kontraste der ursprünglichen fünf Mitglieder.

Veröffentlicht im April 1968Zweites Album mit zwölf TitelnUrsprünglich mit Grape Jam verpackt
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Die Platte

Auf einen Blick

Künstler
Moby Grape
Veröffentlicht
April 1968
Album
Zweites Studioalbum
Originaltitel
Zwölf
Label
Columbia
Originalausgabe
Zusammen mit der separaten LP Grape Jam verkauft

Warum sie wichtig ist

Eine kompakte Band testet, wie viel Studiotheater sie tragen kann

Wow wiederholt nicht das Gleichgewicht des Debüts. Dieselben fünf Musiker unterwerfen ihre knappen Songs Orchestrierung, Effekten, veränderten Stimmen, Stilzitaten und weiteren Formen.

Der Ruf des Übermaßes beruht auf echten Entscheidungen, besonders beim Foxtrott und Funky-Tunk. Diese Eingriffe stehen jedoch zwischen kraftvollen Bandaufnahmen.

Die Autorschaft bleibt verteilt: Miller-Stevenson liefern Rock und Blues, Mosley drei sehr verschiedene Songs, Lewis He und Spence drei Experimente.

Murder in My Heart for the Judge und Can’t Be So Bad bewahren den ursprünglichen Angriff. Schwere Grooves machen Streicher, Bläser und Collage zu Kontrasten.

Wow und Grape Jam wurden gemeinsam verkauft, bleiben aber verschieden: zwölf konstruierte Songs hier, fünf improvisierte Stücke dort.

Die 78-U/min-Masterung des Foxtrotts macht das Abspielgerät zum Teil der Komposition und zwingt den Hörer zum Eingreifen.

Die Originalbesetzung steht hörbar unter Spannung, ohne dass jede Einzelheit psychologisch erfunden werden muss. Produktion vergrößert nun ihre Unterschiede.

Sessions 1967–1968

Nach dem Debüt wächst der Ehrgeiz an beiden Küsten

Die Sessions liefen von Ende August 1967 bis Anfang Februar 1968 in Los Angeles und vor allem New York.

David Rubinson produzierte und arrangierte Orchester; Glen Kolotkin und Don Puluse arbeiteten als Toningenieure, Joey Scott als weiterer Arrangeur.

Peter Lewis, Jerry Miller, Bob Mosley, Skip Spence und Don Stevenson blieben der Kern aus drei Gitarren, Bass, Schlagzeug und fünf Stimmen.

Arthur Godfrey spricht und spielt Ukulele beim Foxtrott mit Lou Waxmans Orchester. Das ist eine titelbezogene Gastkonstruktion.

Columbia veröffentlichte Wow im April 1968 als CS 9613 und verkaufte es gemeinsam mit Grape Jam, MGS 1.

Spätere Diskografien verbinden beide Namen, doch Hüllen, Labels, Titellisten und redaktionelle Zwecke waren getrennt.

Weiteres Sessionmaterial erschien später; dieser Guide hält es außerhalb der ursprünglichen zwölf Titel.

Quintett und Gäste

Die ursprünglichen fünf in Rubinsons größerer Produktion

Peter LewisGuitar, vocals and songwriter
Jerry MillerLead guitar, vocals and songwriter
Bob MosleyBass, vocals and songwriter
Skip SpenceGuitar, vocals and songwriter
Don StevensonDrums, vocals and songwriter
Arthur GodfreyIntroduction and ukulele on Just Like Gene Autry: A Foxtrot
Lou Waxman and his orchestraFoxtrot backing ensemble
David RubinsonProducer and orchestral arrangements
Joey ScottOrchestral arrangements
Glen Kolotkin and Don PuluseEngineering

Lewis’ He bildet eine schwebende Ballade; zurückhaltende Gitarre und Stimme lassen Orchesterfarben unterstützend wirken.

Millers Leadgitarre verbindet die schweren Bandstücke und Miller’s Blues trotz wechselnder Genres.

Mosleys Bass erdet Bläser, Streicher und Effekte; seine Songs reichen von Bitter Wind über Three-Four bis Rose Colored Eyes.

Spence drängt zu Figuren und Störungen: Motorcycle Irene porträtiert, Funky-Tunk maskiert die Stimme, der Foxtrott leiht sich ein altes Medium.

Stevensons Schlagzeug hält die schweren Stücke beweglich und bewahrt unter größerer Produktion körperliche Direktheit.

Rubinson ist hörbarer als auf dem Debüt: Orchestrierung, Effekte und die Folge gegensätzlicher Ensembles machen Produktion zur Stimme.

Godfrey und Waxmans Orchester bleiben ein begrenzter Formwitz; die nächste Seite kehrt zur Kernband zurück.

Studioerweiterung

Orchestrierung, Collage, Roots-Parodie und bewahrte Gitarrendetails

Der Auftakt beweist zuerst die weiterhin knappe Gruppenleistung, bevor Murder den Groove vertieft.

Bitter Wind erweitert Folk Rock durch Harmonie, Dynamik und eine Schlusscollage, die das emotionale Wetter stört.

Can’t Be So Bad verstärkt eine swingende Bandbasis mit Bläsern; Bass, Schlagzeug und Gitarre bleiben für Bewegung zuständig.

Der Foxtrott wechselt Medium und Genre: Ansage, Ukulele, Tanzorchester und 78 U/min simulieren ältere Unterhaltungstechnik.

He eröffnet Seite zwei mit melodischer Ruhe; Streicher und Harmonien vergrößern, ohne den menschlichen Maßstab zu verlieren.

Motorcycle Irene kehrt zum elektrischen Charakterbild mit festem Beat und schnellen Bildern zurück.

Three-Four nennt sein Metrum und gibt Mosley fünf Minuten für Melodie und Gitarrendetails.

Funky-Tunk verwendet hohe Kunststimme und überzeichneten Country als bewusst künstliche Stilkomödie.

Rose Colored Eyes ersetzt Karikatur durch geduldigen Folk Rock und mehrdeutige Harmonie.

Miller’s Blues ist das längste geerdete Bluesstück; die einundfünfzigsekündige Coda kehrt zum Debüt zurück.

Die Einheit entsteht aus kontrollierten Schnitten zwischen Band, Orchester und Effekten, nicht aus einer einheitlichen Textur.

Titel für Titel

Zwölf bewusste Zusammenstöße

01

The Place and the Time

Miller und Stevenson eröffnen direkt mit geschichteten Gitarren und knappen Stimmen; der größere Produktionsrahmen kündigt Unberechenbarkeit an.

02

Murder in My Heart for the Judge

Ein harter Groove trägt Wut durch einen rechtlichen und moralischen Konflikt. Bass, Schlagzeug und Gitarre schaffen Bedrohung ohne Jam.

03

Bitter Wind

Mosleys dunkler Folk-Rock-Song macht Wetter durch Harmonien und Dynamik zu Druck; die Collage verweigert einen sauberen Schluss.

04

Can’t Be So Bad

Bläser punktieren den swingenden Rock, während Gitarre und Rhythmusgruppe den Antrieb behalten.

05

Just Like Gene Autry: A Foxtrot

Godfreys Ansage und Ukulele führen in Waxmans Foxtrott. Der nötige Wechsel auf 78 U/min macht Abspielritual und Nostalgie zum Witz.

06

He

Lewis eröffnet Seite zwei ruhig; Harmoniestimmen und Arrangement vertiefen, ohne das stille Zentrum zu löschen.

07

Motorcycle Irene

Spence zeichnet eine Motorrad-Außenseiterin mit schnellen Bildern, stabilem Rhythmus und elektrischem Witz.

08

Three-Four

Mosley baut auf Dreiertakt und lässt Bass, Schlagzeug und Gitarren fünf Minuten atmen.

09

Funky-Tunk

Spence kombiniert Countryrhythmus, Komik und auffällig veränderte hohe Stimme zu einer Studiokarikatur.

10

Rose Colored Eyes

Mosleys reflektierter Song hinterfragt idealisierte Wahrnehmung mit geduldiger Harmonie und Instrumentierung.

11

Miller’s Blues

Miller und Mosley schließen das lange Programm mit langsamem Gitarrenblues ohne Orchestermaske.

12

Naked, If I Want To

Millers Miniatur vom Debüt kehrt als Coda zurück; alle hinzugefügten Apparate fallen weg und persönliche Freiheit bleibt.

Zwölf Perspektiven

Urteil, Erinnerung, Außenseiter und instabile Nostalgie

Urteil erscheint rechtlich und persönlich: Judge benennt Autorität, Can’t Be So Bad Schuld, Rose Colored Eyes unsichere Wahrnehmung.

Ort und Zeit bleiben instabil: Der Auftakt benennt sie, Bitter Wind ändert das Wetter, der Foxtrott erfindet Vergangenheit.

Motorcycle Irene und Funky-Tunk zeigen zwei Außenseiterfiguren, eine durch Bewegung, eine als künstliche Countrymaske.

Nostalgie ist zärtlich und verdächtig zugleich: He erinnert aufrichtig, der Foxtrott macht alte Unterhaltung zum Theater.

Mosleys drei Songs führen von Bedrohung über Dreiertakt zu reflektierter Sicht und vermeiden Wiederholung.

Spences Stücke prüfen Identität als Figur, Maske und geliehenes Medium.

Die Rückkehr von Naked macht Entblößung zum letzten Thema: Freiheit klingt nach dem Entfernen der Apparatur.

Wow ist kein narratives Konzeptalbum; Einheit entsteht aus echter Bandkraft neben bewusster Künstlichkeit.

Columbia CS 9613

Collagehülle, Begleit-LP und eine 78-U/min-Anweisung

Bob Catos Collage und Gestaltung passen zu abrupten stilistischen und technischen Kontrasten.

Originalkäufer erhielten Wow und Grape Jam in getrennten Hüllen als gemeinsames Angebot für einen Dollar Aufpreis.

Zwölf Titel gehören zu CS 9613, fünf zu MGS 1; die Verpackung verbindet, ohne Identitäten zu löschen.

Just Like Gene Autry verlangte ursprünglich 78 U/min; das richtige Tempo gehört zur beabsichtigten Aufführung.

Der Seitenwechsel folgt dem Foxtrott und macht Tempoänderung, Umdrehen und Rückkehr zu 33⅓ U/min zum Übergang.

Moderne Ausgaben ergänzen nach Naked häufig sechs Titel und verändern damit die klare Zwölf-Track-Kontur.

April 1968

April 1968 unter dem Gewicht der Erwartungen

Columbia veröffentlichte Wow im April 1968 als zweites Studioalbum mit zwölf Titeln und etwas mehr als achtunddreißig Minuten.

Das stark beworbene Doppelangebot sorgte für Sichtbarkeit neben kritischer Enttäuschung.

Am Debüt geschulte Kritiker hörten Orchester, Komik und Collage häufig als Ablenkung von den Stärken der Band.

Zeitgenössische Kritik erkannte dennoch starke Einzelsongs wie Murder, Three-Four und Motorcycle Irene.

Die Begleit-LP erschwerte die Beurteilung, weil konstruierte Songs und offene Jams gemeinsam eintrafen und später oft vermischt wurden.

Der Guide bewertet zuerst die zwölfteilige Wow-Folge, damit Übermaß und disziplinierte Bandarbeit klar hörbar bleiben.

Der schwierige Nachfolger

Im Detail geschlossener als sein Ruf des Übermaßes

Wows Schwierigkeiten sind konkret, nicht überall gleich: Foxtrott und Stimmveränderung stehen neben starken Gitarren-, Harmonie- und Songmomenten.

Die Studioambition zeigt, wie schnell Albumansprüche nach 1967 wuchsen; Produktion, Format und Parodie werden Kompositionsmaterial.

Alle fünf Autoren bleiben über zwölf Titel präsent, doch ihre Wege driften weiter auseinander.

Murder und Can’t Be So Bad bewahren die harte Band; He, Three-Four und Rose Colored Eyes die melodische Country-Folk-Seite.

Der Foxtrott ist eine besondere Nutzung von Vinyl; digitale Fassungen reproduzieren Audio, nicht den nötigen Eingriff.

Grape Jam verdient einen eigenen Guide, weil improvisierte Offenheit eine andere Frage beantwortet.

Naked ist ein knapper Rückblick auf das Debüt, ohne dessen Gleichgewicht einfach zu kopieren.

Erweiterte Ausgaben zeigen Alternativen und Seeing; das Argument der Original-LP endet nach der kurzen Coda.

Originalprogramm

Wow, Grape Jam und sechs spätere Ergänzungen trennen

Original-LPColumbia CS 9613: zwölf Titel einschließlich eines Foxtrotts mit 78 U/min.
Wow/Grape JamZwei Alben in eigenen Hüllen, gemeinsam verkauft; Grape Jam hat sein eigenes Programm mit fünf Titeln.
Erweiterte AusgabeAchtzehn Titel; sechs Sessionergänzungen folgen nach der Originalcoda.

Wow enthält ursprünglich zwölf Titel und endet mit Naked, If I Want To. Grape Jam ist eine separate Begleit-LP, nicht Titel dreizehn bis siebzehn. Der Übergang von 1967 zu 1968 wird auch technisch durch einen 78-zu-33⅓-Wechsel markiert: Der Foxtrott läuft auf 78 U/min, Seite zwei wieder auf 33⅓ U/min; sechs spätere Ergänzungen folgen erst danach.

Eine ausgewogene Übertragung bewahrt Basskraft unter Bläsern und Streichern. Godfrey und Waxman gehören zum Foxtrott; Kooper und Bloomfield nicht pauschal zu Wow.

Der Seitenwechsel folgt dem Foxtrott. Miller’s Blues und Naked bilden Schluss und Coda; Wow/Grape Jam bezeichnet Verpackungsgeschichte, keine ungeteilte Folge.

Ein Hörweg

Bandsongs und Studioeingriffe abwechselnd hören

  1. Mit den ersten vier Titeln als wachsender Bandsuite beginnen.
  2. Den 78-U/min-Foxtrott als bewussten Formatbruch behandeln.
  3. Mit He und Motorcycle Irene zwei verschiedene Rückkehrbewegungen zur Songform hören.
  4. Three-Four, Funky-Tunk und Rose Colored Eyes als drei eigene Autorenwelten vergleichen.
  5. Miller’s Blues die Platte vor der entblößten Coda erden lassen.

Recherche und Quellen

Quellen und weiterführende Lektüre

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