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1974 · Deutscher Krautrock · Doppel-A-Seite

Transitnacht /
Westlicht

Zwei düstere deutsche Krautrock-Titel aus dem Traum einer geteilten Stadt: eine emotionale Nachtfahrt durch Ost- und West-Berlin, ein kälterer Maschinenpuls unter Beton und westlichem Licht. Getragen von Motorik-Schlagzeug, hypnotischem Bass, Farfisa-Orgel, Hammond-Drones, dem Summen analoger Synthesizer, Bandschleifen und Radiostatik.


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Über diese Veröffentlichung

Transitnacht / Westlicht ist eine düstere deutsche Krautrock- und Progressive-Rock-Doppel-A-Seite von RetroForge Records im Stil von 1974. Im Mittelpunkt stehen zwei vom Vintage-Klang inspirierte Lieder über die Berliner Mauer, Ost-Berlin, West-Berlin und die Atmosphäre des Kalten Krieges im geteilten Deutschland.

Die Veröffentlichung bewegt sich zwischen zwei miteinander verbundenen Stimmungen. Transitnacht bildet die emotionale Seite: eine Nachtfahrt durch Beton, Erinnerung, Draht, getrennte Familien, Radioparolen und die unsichtbare Grenze, die sich im menschlichen Herzen bildet. Westlicht wird kälter und mechanischer, angetrieben von tranceartiger Wiederholung, Maschinenpuls, überwachten Straßen, Regen auf der Autobahn, Fernsehtürmen und einem blassen westlichen Licht, das ohne Wärme brennt.

Musikalisch bewegt sich die Veröffentlichung in der schattigen Zone zwischen deutschem Krautrock der 1970er, Progressive Krautrock, Kosmischer Musik und früher elektronischer Musik. Motorik-Schlagzeug, repetitiver Bass, kalte Farfisa-Orgel, tiefer Hammond-Drone, summende Analogsynthesizer, Bandschleifen, Radiostatik, sparsame E-Gitarrenakzente und industrielle Percussion verleihen ihr die rauchige Atmosphäre eines Kellerstudios.

Im Archiv von RetroForge Records ist Transitnacht / Westlicht ein kompakter, aber filmischer Eintrag: zwei Titel, eine geteilte Stadt und ein Klang, der aus einer staubbedeckten Bandschachtel mit der Aufschrift „Berlin, 1974“ gezogen scheint.

Archivjahr: 1974  ·  Veröffentlicht:

Titelliste

2 Titel · 8:52

Archivnotizen

Die Archividentität von Transitnacht / Westlicht beruht auf dem Bild einer verlorenen Berliner Übertragung: zwei Seiten einer Platte, zwei Seiten einer Stadt, zwei Signale, die sich durch dieselbe Nacht bewegen. Die eine Seite trägt menschliche Erinnerung durch die Mauer. Die andere reduziert die Stadt auf Puls, Glas, Überwachung und kaltes Licht.

Die Veröffentlichung wirkt wie ein Fund aus einem vergessenen analogen Regal: kein Dokumentarstück, kein Protestplakat, sondern ein nächtliches Artefakt aus einem alternativen Jahr 1974. Ein kleiner Block Motorik-Beton, erfüllt vom Verfall des Magnetbands und fernen Radiogeistern.

Songtexte

Im Westen brennt ein Fenster hell
Im Osten schläft ein grauer Stern
Die Stadt hält ihren Atem fest
Und jeder Schritt klingt viel zu fern

Ein Fluss aus Licht, ein Zaun aus Stein
Ein Name flüstert durch Beton
Wir stehen nah und bleiben klein
Zwei Schatten unter gleichem Mond

Berlin, Berlin
Dein Herz schlägt unter Draht
Berlin, Berlin
Ein Traum, der Grenzen hat

Die Straßen tragen kalten Staub
Die U-Bahn fährt durch fremde Zeit
Ein Blick verschwindet hinter Glas
Ein Mund vergisst, wie man verzeiht

Im Radio singt ein leeres Lied
Von Freiheit, Brot und Vaterland
Doch wenn der Morgen näher zieht
Bleibt Asche in der offenen Hand

Berlin, Berlin
Dein Herz schlägt unter Draht
Berlin, Berlin
Ein Traum, der Grenzen hat

Ein Kind malt Sonnen an die Wand
Mit Kreide auf ein altes Tor
Der Vater schaut zum Grenzverlauf
Und sagt kein einziges Wort davor

Die Mutter zählt die Jahre leise
Wie Münzen in der Dunkelheit
Und irgendwo beginnt die Reise
Doch niemand weiß, wohin sie treibt

Wer baut die Mauer in der Brust
Wer misst den Himmel Stück für Stück
Wer nimmt dem Menschen seine Lust
Und nennt den Käfig dann Geschick

Wir sind nicht Ost
Wir sind nicht West
Wir sind der Riss
Der übrig lässt

Berlin, Berlin
Dein Herz schlägt unter Draht
Berlin, Berlin
Ein Traum, der Grenzen hat

Berlin, Berlin
Die Nacht ist schwer und blind
Berlin, Berlin
Wo wir verloren sind

Im Westen brennt ein Fenster hell
Im Osten schläft ein grauer Stern
Die Stadt hält ihren Atem fest
Und morgen scheint noch immer fern
Westlicht
Westlicht

Unter Beton
Schlägt ein Motor
Durch den Rauch
Kommt ein Chor

Keine Sonne
Nur ein Signal
Hinter Glas
Wird alles schmal

Westlicht
Brennt kalt
Westlicht
Macht alt

Westlicht
Spricht nicht
Westlicht
Frisst Licht

Fernsehtürme
Schneiden Nacht
Jede Straße
Wird bewacht

In den Fenstern
Blauer Schnee
Keiner fragt
Wohin ich geh

Westlicht
Brennt kalt
Westlicht
Macht alt

Westlicht
Spricht nicht
Westlicht
Frisst Licht

Motor Motor Motor
Still
Grenze Grenze Grenze
Will
Stimme Stimme Stimme
Rauscht
Auge Auge Auge
Lauscht

Auf der Autobahn
Kein Gesicht
Nur der Regen
Im Westlicht

Meine Hände
Aus Benzin
Meine Schatten
Ziehen hin

Westlicht
Brennt kalt
Westlicht
Macht alt

Westlicht
Spricht nicht
Westlicht
Frisst Licht

Unter Beton
Schläft der Tag
Unter Beton
Schläft der Tag

Westlicht
Westlicht
Westlicht
Westlicht

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