Überblick
Die 13th Floor Elevators gehörten zu den frühesten Bands, die ihre Musik als Psychedelic Rock bezeichneten. Tommy Hall nannte den Sound der Gruppe bereits Ende 1965 „psychedelisch“, und der Begriff tauchte in der frühen Werbung der Band auf, bevor 1966 ihr Debütalbum erschien. Roky Ericksons drängende Stimme, Stacy Sutherlands schneidende Gitarre und Halls verstärkter Jug gaben den Aufnahmen eine bis heute sofort erkennbare Identität.
Gründung & Geschichte
Die Gruppe nahm 1965 in Zentraltexas Gestalt an. Tommy Hall brachte den Gitarristen Stacy Sutherland, den Bassisten Benny Thurman und den Schlagzeuger John Ike Walton – Musiker aus dem Umfeld der Lingsmen – mit dem siebzehnjährigen Roky Erickson zusammen, damals Sänger und Rhythmusgitarrist der Spades. Die Elevators nahmen „You’re Gonna Miss Me“ und „Tried to Hide“ zunächst für das kleine Label Contact auf. International Artists veröffentlichte die Single anschließend landesweit neu und brachte später 1966 The Psychedelic Sounds of the 13th Floor Elevators heraus. Zu den Musikern, die danach zur wechselnden Besetzung gehörten, zählten die Bassisten Ronnie Leatherman und Dan Galindo sowie der Schlagzeuger Danny Thomas.
Klang & Stil
Die Musik der Elevators verbindet texanischen Garage Rock mit psychedelischem Experiment. Hall blies rhythmische Phrasen in einen verstärkten Jug und erzeugte so den pulsierenden „Jug“-Klang, der sich um den Beat bewegt, statt ihn nur zu markieren. Sutherlands scharfe, hallreiche Gitarre kann die Songs vorantreiben oder sich gegen ihren Schwung stemmen; Ericksons Gesang verleiht sowohl den direkten Rocknummern als auch dem introspektiveren Material außergewöhnliche Kraft. Auf Easter Everywhere gaben längere Formen und dichtere Arrangements Halls philosophischen Texten mehr Raum, ohne den Angriff der Band zu glätten.
Zentrale Alben
Das Debüt kündigt seine psychedelische Absicht bereits im Titel an, doch seine Wirkung entsteht vor allem aus dem Spiel: Die Neuaufnahme von You’re Gonna Miss Me trifft mit Garage-Rock-Wucht, Roller Coaster dehnt die Form, und Halls verstärkter Jug bringt den Puls ständig aus dem Gleichgewicht. Es ist der deutlichste Einstieg in den Angriff der ursprünglichen Besetzung.
Schlüsseltitel: You’re Gonna Miss Me · Fire Engine · Tried to Hide
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1967Das zweite Album erweitert die Sprache der Gruppe. Das lange Eröffnungsstück Slip Inside This House bettet Halls Ideen in ein geduldigeres, vielschichtigeres Arrangement ein; Earthquake und Postures (Leave Your Body Behind) zeigen, wie die Band zwischen hartem Garage-Rock-Angriff und nach innen gerichtetem psychedelischem Ritual wechseln konnte.
Schlüsseltitel: Slip Inside This House · Earthquake · Postures (Leave Your Body Behind)
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Weitere Entdeckungen
Live
1968Trotz seines Titels ist dies keine Konzertaufnahme. International Artists stellte Studio-Outtakes und bereits veröffentlichte Master zusammen und fügte nachträglich Publikumsgeräusche hinzu. Wegen mehrerer alternativer oder sonst schwer auffindbarer früher Aufnahmen bleibt die Platte interessant, sollte aber als Archivkompilation gehört werden und nicht als Dokument der Band auf der Bühne.
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1969Das letzte Studioalbum entstand aus einer zerfallenden Besetzung und wurde weitgehend von Stacy Sutherlands Songwriting und Gitarre geprägt. Sein dunklerer, stärker vom Blues bestimmter Charakter macht es zu einem aufschlussreichen Nachwort, auch wenn hier nicht mehr die ursprüngliche fünfköpfige Band in voller Stärke zu hören ist.
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Nach einer Festnahme wegen Marihuanabesitzes im Jahr 1969 verbrachte Erickson mehrere Jahre in staatlichen Kliniken, darunter dem Austin State Hospital und Rusk, und erhielt Elektrokrampfbehandlungen. Später nahm er wieder Musik auf; nachdem sich sein Gesundheitszustand verbessert hatte, spielte er 2005 beim Austin City Limits Festival sein erstes abendfüllendes Konzert seit zwei Jahrzehnten. Der Einfluss der Elevators zeigte sich bereits 1990 auf dem Tributalbum Where the Pyramid Meets the Eye, an dem unter anderem R.E.M., ZZ Top und Primal Scream beteiligt waren. Erickson, Hall, Walton und Leatherman kamen 2015 für einen Auftritt zum fünfzigjährigen Jubiläum wieder zusammen.
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