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Klassischer Albumguide

Clear

Spirit · 1969 · Psychedelic Rock / Progressive Rock

1969 bei Ode veröffentlicht, ist Clear Spirits drittes Album mit zwölf Titeln: sechs knappe Songs auf der ersten Seite, danach eine instrumentallastige zweite Seite mit Spuren der Arbeit für Jacques Demys Model Shop.

Veröffentlicht 1969Drittes Album mit zwölf TitelnProduziert von Lou Adler
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Die Platte

Auf einen Blick

Künstler
Spirit
Veröffentlicht
1969
Album
Drittes Studioalbum
Originaltitel
Zwölf
Label
Ode Z12 44016
Produzent
Lou Adler

Warum sie wichtig ist

Die ursprüngliche Spirit-Besetzung macht aus einem überfüllten Jahr ein geteiltes Album

Clear zeigt Spirit an einem eigenartigen Punkt zwischen Erfolg und Erschöpfung. The Family That Plays Together und der Hit I Got a Line on You hatten das Publikum vergrößert, während Tourneen und die Arbeit an Jacques Demys Film Model Shop die fünf Musiker ständig in Bewegung hielten.

Das Album wiederholt nicht einfach den kompakten psychedelischen Rock der zweiten Platte. Die erste Seite konzentriert sechs relativ kurze Gesangsstücke; die zweite eröffnet mit zwei John-Locke-Instrumentals um einen Vokaltitel und schafft später Raum für das instrumentale Titelstück.

Diese Teilung ist für Spirits Katalog wichtig. Das Debüt hatte Jazz, Folk, Orchestrierung und Rock in einer sorgfältig geordneten Einführung verbunden. Clear lässt diese Tendenzen offener nebeneinanderstehen und erzeugt produktiven Kontrast, aber auch ein weniger nahtloses Ganzes.

Die Verteilung der Autoren ist aufschlussreich. Jay Ferguson schreibt allein Ground Hog, Cold Wind, Policeman’s Ball und I’m Truckin’; Randy California ist Mitautor dreier Stücke; Locke schreibt die beiden langen keyboardzentrierten Instrumentals; zwei Titel nennen alle fünf Mitglieder.

Die Kollektivcredits von Apple Orchard und New Dope in Town rahmen die entgegengesetzten Enden des Albums. Dazwischen konkurrieren einzelne Stimmen um Raum, statt in einem einheitlichen Hausstil zu verschwinden.

Clear ist außerdem das letzte von Lou Adler produzierte der ersten drei Spirit-Alben. Beim folgenden Twelve Dreams of Dr. Sardonicus saß David Briggs am Mischpult und ordnete dieselben fünf Musiker um ein deutlicher fortlaufendes Konzept.

Der Ruf des Albums beruht oft auf Vergleichen: weniger geschlossen als das Debüt, weniger kommerziell kraftvoll als Family, weniger gefeiert als Sardonicus. Für sich gehört, prüft die Platte, wie viel Kontrast eine LP enthalten kann.

Seine Bedeutung ist daher übergangsbezogen und nicht bloß vorbereitend. Clear bewahrt Spirits Hardrock-Attacke, Popverdichtung, Jazzausbildung und Soundtrackatmosphäre, ohne diese Elemente zu einer falschen ordentlichen Synthese zu zwingen.

Los Angeles, 1968–69

Nach einem Hit, einer zweiten LP und einer unveröffentlichten Filmmusik

Spirits selbstbetiteltes Debüt erschien im Januar 1968, später im Jahr folgte The Family That Plays Together. Anfang 1969 war I Got a Line on You zur einzigen amerikanischen Top-40-Single der Gruppe geworden.

In diesem schnellen Album- und Tourzyklus nahm Spirit auch Musik für Model Shop auf, Jacques Demys Film über Los Angeles. Zeitgenössisch erschien keine Soundtrack-LP; eine Rekonstruktion aus diesen Aufnahmen folgte erst 2005.

Material aus der Filmarbeit überschneidet sich mit Clear. Model Shop II entspricht dem Titelstück, ein Teil von Song for Lola wurde in Ice wiederverwendet. Diese Beziehungen machen Clear selbst nicht zum Soundtrackalbum.

Ode veröffentlichte Clear 1969 unter der Katalognummer Z12 44016. Die Original-LP enthält zwölf Titel, sechs pro Seite, und dauert etwas mehr als zweiundvierzig Minuten.

Lou Adler produzierte. Als Toningenieure werden Stachowiak, Armin Steiner und Eirik Wangberg genannt; Guy Webster fotografierte, Tom Wilkes und Jeff Smith waren am Design beteiligt.

Die fünfköpfige Besetzung blieb Jay Ferguson, Randy California, John Locke, Mark Andes und Ed Cassidy. Anders als bei späteren Spirit-Platten gibt es keinen Personalumbau zu erklären; verändert sind Schwerpunkt, Autorenschaft und Albumform.

Zeitgenössische Kritik erkannte die starke erste Seite, stellte aber Teile der zweiten infrage. Das Album erreichte die amerikanischen Top 60, unterhalb des Höhepunkts von The Family That Plays Together.

Später 1969 veröffentlichte Spirit die eigenständige Single 1984 mit Sweet Stella Baby als B-Seite. Beide gehören zur Periode, aber nicht zur Original-LP; 1996 wurden sie dem erweiterten Programm hinzugefügt.

Das ursprüngliche Quintett

Fünf eigenständige Musiker in wechselnden Credit-Kombinationen

Jay FergusonHaupt- und Begleitgesang, Perkussion, wichtigster Songwriter
Randy CaliforniaGitarren, Haupt- und Begleitgesang, Songwriting
John LockeKeyboards, Komponist von Ice und Caught
Mark AndesBass, Begleitgesang, kollektives Songwriting
Ed CassidySchlagzeug, Perkussion, kollektives Songwriting
Lou AdlerProduzent und Mitautor von Give a Life, Take a Life
Stachowiak, Armin Steiner and Eirik WangbergTontechnik
Guy Webster, Tom Wilkes and Jeff SmithFotografie und Verpackungsdesign

Ferguson bleibt der wichtigste konventionelle Songschreiber. Seine vier Solocredits reichen von Ground Hogs Bluesverdichtung über Cold Winds ruhigere Bewegung und die Sozialkarikatur Policeman’s Ball bis zum Refrain von I’m Truckin’.

Californias Rolle lässt sich nicht auf Leadgitarre reduzieren. Er teilt sich den harten Auftakt Dark Eyed Woman, das zeitbewusste So Little Time to Fly, das Titelinstrumental und den moralischen Austausch von Give a Life, Take a Life.

Locke erhält zwei eigene Autorencredits und fast neun Minuten der zweiten Seite. Ice und Caught machen Keyboards, harmonische Schwebe und Ensembleinteraktion zu strukturellen Zentren statt dekorativer Farbe.

Andes und Cassidy sind nicht bloß Rhythmusgruppe unter benannten Frontleuten. Beide stehen im Fünfercredit von Apple Orchard und New Dope in Town; ihre Kontrolle des wechselnden Pulses ist bei Übergängen zwischen Songform und Improvisationsraum entscheidend.

Cassidys Jazzausbildung zeigt sich vor allem als Flexibilität. Er lässt Dark Eyed Woman hart treffen, hält Policeman’s Ball knapp und lässt Ice danach entfalten, ohne jedem Abschnitt denselben Backbeat aufzuzwingen.

Andes gibt den offeneren Instrumentals eine feste tiefe Achse. Sein Bass kann Gitarre und Orgel antworten, statt nur Grundtöne zu verdoppeln, und suggeriert Jazzgespräch innerhalb einer erkennbaren Rockbanddarbietung.

Adlers Produktion bewahrt Kontrast, statt ihn zu glätten. Stimmen werden in den kurzen Songs eng präsentiert, längere Stücke behalten Raum für instrumentale Textur und wechselnde Dichte.

Die Credits zeigen eine Band, deren Identität einen Autor oder Sänger übersteigt. Clears Unebenheit entsteht teilweise aus diesen offenen Identitäten, doch dieselben fünf Spieler verhindern eine Sammlung unverbundener Sessions.

Songs und Instrumentals

Harte Gitarrensongs auf der einen, offene Instrumentalräume auf der anderen Seite

Dark Eyed Woman beginnt mit einer der härtesten Albumoberflächen: verdichteter Rhythmus, Gitarrendruck und eine Stimme, die sich durch die Band schneiden muss. Kommerzieller Erfolg hat Spirits Attacke nicht gemildert.

Apple Orchard erweitert sofort den Rahmen. Keyboards und klingende Gitarre geben der Kollektivkomposition ein luftigeres harmonisches Feld, während die Rhythmusgruppe ihre Wechsel verbindet.

So Little Time to Fly verkürzt die Dauer und steigert die Dringlichkeit. Das Arrangement ist ökonomisch, doch die Bewegung zwischen Gitarre, Keyboard und Stimme macht Zeit selbst zur musikalischen Beschränkung.

Ground Hog und Cold Wind zeigen Fergusons Bandbreite in Kurzform. Ersterer nutzt erdige Wiederholung und Bluesvokabular, letzterer schafft Distanz durch eine räumlichere Melodielinie.

Policeman’s Ball schließt Seite eins mit zu einer schnellen Ensembledarbietung verdichteter Satire. Seine knappe Form lässt Autorität zugleich komisch und streng organisiert erscheinen.

Ice verändert am Beginn von Seite zwei den Maßstab. Lockes Keyboardsatz, Californias Gitarrenfarbe und die geduldige Rhythmusgruppe ersetzen Textargument durch ein ausgedehntes Feld aus Spannung und Entladung.

Give a Life, Take a Life bringt Stimmen zurück, behält aber die reflektierte Temperatur der zweiten Seite. Seine Verben ordnen Text und Arrangement um Austausch statt einfache Erklärung.

I’m Truckin’ stellt Fergusons kompakten Impuls wieder her. Sein Reisepuls setzt zwischen dem nachdenklichen Seitenbeginn und dem Titelinstrumental neu an.

Clear entwickelt ein mit Model Shop II verwandtes Thema. Die instrumentale, gemessene Darbietung macht den Albumtitel zur Klangbedingung: Teile bleiben verfolgbar getrennt, während die Harmonie unruhig bleibt.

Caught ist Lockes kürzeres Instrumental und wirkt enger als Ice. Statt breiter Entwicklung konzentriert es keyboardgeführte Spannung vor dem kollektiven Finale.

New Dope in Town versammelt alle fünf Namen unter einem Autorencredit. Ein starker Ensemblegroove und wechselnder instrumentaler Schwerpunkt machen den Schluss praktisch wie dokumentarisch kollektiv.

Der Charakter des Albums hängt von diesen Unvereinbarkeiten ab. Hardrock, Popkunst, Blues, Jazzinteraktion und Filmmusikatmosphäre verschmelzen nicht immer, verändern aber jeweils das Hören des nächsten Titels.

Titel für Titel

Zwölf Stücke zwischen Druck und Entladung

01

Dark Eyed Woman

California und Ferguson eröffnen mit einem kompakten Hardrockentwurf. Cassidys kraftvoller Beat und Andes’ Bass geben Californias Gitarre ein physisches Fundament; die Stimme verweigert einen sanften Einstieg. Die kontrollierte Länge unterscheidet den Titel von den erweiterten Stücken auf Seite zwei.

02

Apple Orchard

Alle fünf Mitglieder teilen den Autorencredit. Orgel, helle Gitarre und Gruppenbewegung schaffen einen offenen Kontrast, doch das Arrangement wechselt weiter die Farbe. Kollektive Autorenschaft wird darin hörbar, dass lange kein Teil dominiert.

03

So Little Time to Fly

California und Locke verwandeln begrenzte Zeit in Vorwärtsdrang. Der Song bleibt unter drei Minuten und macht Kürze zum Argument statt zur Radiokonvention. Keyboardakzente und Gitarrenbewegung treiben die Stimme weiter.

04

Ground Hog

Ferguson schreibt einen kompakten bluesförmigen Song um Wiederholung und bodennahe Bilder. Knappe Interaktion und wechselnde Akzente halten den Groove wach. Seine Erdigkeit kontrastiert mit dem vorherigen Wunsch zu fliegen.

05

Cold Wind

Eine offenere Ferguson-Melodie lässt Distanz und Wetter in die Folge. Begleitstimmen mildern Kanten, ohne Unbehagen zu entfernen, während die Rhythmusgruppe Raum um die Phrasen lässt.

06

Policeman’s Ball

Ferguson schließt die erste Seite mit einer knappen Sozialkarikatur. Formeller Anlass und schnelle komische Bewegung machen Autorität zu Choreografie; disziplinierte Stopps und Gesangstiming tragen den Witz musikalisch.

07

Ice

Lockes fast sechsminütiges Instrumental eröffnet Seite zwei und ersetzt die Vokalkonzentration durch langsam wechselnde Temperatur. Keyboardharmonie führt, während Gitarre, Bass und Schlagzeug die Oberfläche verändern. Model-Shop-Bezüge erklären filmische Weite, ohne die LP zum Soundtrack zu machen.

08

Give a Life, Take a Life

California und Adler bauen einen Vokalsong um zwei entgegengesetzte Handlungen. Das gemessene Arrangement lässt die ethische Balance ungelöst. Nach Ice betritt menschlicher Austausch einen bereits abgekühlten Instrumentalraum.

09

I’m Truckin’

Ferguson verdichtet Bewegung zu einem direkten Roadsong. Fester Puls und gesprächige Stimme lüften nach dem moralischen Gewicht die Luft und verbinden Seite zwei wieder mit der ökonomischen Songkunst der ersten.

10

Clear

Californias und Fergusons instrumentales Titelstück ist mit Model Shop II verwandt. Bedächtiges Tempo, getrennte Linien und arrangierte Konturen machen Klarheit zur aktiven Konstruktion. Ohne Text definiert die Band den Titel durch Balance und Raum.

11

Caught

Lockes zweites Instrumental ist kürzer und konzentrierter als Ice. Keyboardgeführte Spannung erzeugt Einhegung, während die Rhythmusgruppe Stillstand verhindert. Nach Clear verkompliziert es sofort dessen gewonnene Offenheit.

12

New Dope in Town

Die ganze Band erhält den Credit für das Finale. Ein härterer Ensemblegroove stellt nach zwei Instrumentals kollektive Körperlichkeit her; der Titel verortet Neuheit in einem urbanen sozialen Feld statt privater Offenbarung.

Keine einzelne Erzählung

Zeit, Autorität, Bewegung und kollektive Flucht

Clear ist kein Konzeptalbum, doch seine Folge stellt wiederholt Offenheit und Begrenzung gegenüber. Flug, Kälte, Eis, Klarheit und Gefangensein geben physischen Zuständen emotionale Funktion.

Zeit erscheint am deutlichsten in So Little Time to Fly. Seine kurze Dauer macht Dringlichkeit strukturell, während die längeren Instrumentals später die Uhr vorübergehend anhalten.

Autorität und soziale Organisation treten durch Policeman’s Ball ein. Die Formalität einer Veranstaltung untersucht Macht durch Satire statt Manifest.

Bewegung wechselt ihre Bedeutung. Fliegen bedeutet Streben unter Druck, Trucken ist geerdet und praktisch, Instrumentals bewegen sich ohne reisenden Erzähler durch Harmonie.

Give a Life, Take a Life stellt Gegenseitigkeit und Konsequenz ins Zentrum. Die ausgewogene Formulierung verhindert, dass eine Handlung allein steht, und bringt moralisches Gewicht ohne feste Geschichte.

Naturbilder sind keine austauschbare Kulisse. Apple Orchard suggeriert kultivierte Fülle, Ground Hog bleibt erdnah, Cold Wind entzieht Wärme und Ice härtet die Atmosphäre.

Clear und Caught bilden den schärfsten benachbarten Gegensatz. Das Titelstück schafft Raum zwischen Instrumenten; Lockes folgende Komposition zieht ihn zur Einhegung zusammen.

New Dope in Town endet mit kollektiver Autorenschaft und einer instabilen Neuheitsidee. Das Neue kann musikalisch, sozial oder chemisch sein; mehrere Lesarten bleiben möglich.

Der geteilte Klang ist deshalb thematisch nützlich. Eine Platte über offene und geschlossene Zustände profitiert vom Wechsel zwischen knappen Vokalsongs und erweiterten Instrumentalräumen.

Ode Z12 44016

Ein bewusst schlichter Titel für eine innerlich vielfältige Platte

Die ursprüngliche amerikanische LP erschien bei Ode als Z12 44016. Ihre zwölf Titel sind gleichmäßig auf zwei Seiten verteilt; der Wechsel von Policeman’s Ball zu Ice wird dadurch entscheidend.

Guy Websters Fotografie setzt seine dokumentierte visuelle Verbindung mit Spirit fort. Tom Wilkes und Jeff Smith erhalten Designcredits für das Paket.

Der Einworttitel ist neben den vielen Stilen ungewöhnlich ruhig. Er verspricht keine Einfachheit, sondern lenkt auf Trennung, Sichtbarkeit und das Instrumentalstück.

Die Originalverpackung ist von der Epic-Doppel-LP Spirit/Clear von 1973 zu unterscheiden. Diese Neuverpackung machte Debüt und drittes Album zu Begleitern, änderte aber keine Originalfolge.

Die CD von 1996 erweitert das Programm auf sechzehn Titel. Das Zusatzmaterial ist historisch nützlich, doch der visuelle und musikalische Endpunkt der LP von 1969 bleibt New Dope in Town.

1969

1969: ein weniger erfolgreicher Nachfolger des Durchbruchs

Ode veröffentlichte Clear 1969 als drittes Spirit-Studioalbum. Zeitgenössische Branchenquellen ordnen es dem Sommerzyklus zu; es erreichte die US-Albumcharts.

Die Platte erreichte Platz 55 der Billboard 200. Das war respektabel, aber unter The Family That Plays Together, das von I Got a Line on You profitiert hatte.

Eine zeitgenössische Village-Voice-Rezension lobte große Teile der ersten Seite und beurteilte Teile der zweiten härter. Die geteilte Reaktion spiegelt den riskanten Maßstabswechsel am Seitenbruch.

Dark Eyed Woman wurde als unmittelbare Hardrockaussage positioniert, wiederholte aber nicht das kommerzielle Ergebnis der vorherigen Single.

Die filmbezogenen Stücke erschienen ohne den erklärenden Rahmen einer Model-Shop-Soundtrackveröffentlichung. Hörer begegneten Ice und Clear 1969 als Teilen der dritten Spirit-LP.

Lou Adlers letzte Spirit-Produktion balanciert enge Vokalaufnahmen und längere atmosphärische Darbietungen. Was später als Inkonsistenz galt, präsentiert die Originalfolge als zentrales Problem.

Das dritte Album

Die schwierige Brücke zwischen Family und Sardonicus

Clear ist das am wenigsten einhellig gefeierte der ersten vier Alben des Originalquintetts, doch das kann verschleiern, wie viel von Spirits Bandbreite es enthält.

Das lange Ice und das kürzere Caught bewahren Lockes kompositorische Präsenz im Albummaßstab. Die Jazzdimension ist nicht bloß Farbe für Californias Gitarrensongs.

Das Titelstück bildet eine dokumentarische Brücke zu Model Shop. Als die Rekonstruktion 2005 erschien, ließ sich Model Shop II neben der von Clear vertrauten Version hören.

Die Fünfercredits von Apple Orchard und New Dope in Town zeigen kollektives Schreiben, bevor Twelve Dreams of Dr. Sardonicus das Quintett unter neuem Produzenten ordnete.

Clear dokumentiert auch Fergusons Beherrschung kompakter Songform. Seine vier Solokompositionen verhindern, dass die instrumentale zweite Seite das ganze Album definiert.

Die Single 1984 gehört in Clears unmittelbare Nachwirkung und wird oft der erweiterten Ausgabe angehängt. Außerhalb der ursprünglichen Zwölf-Titel-Grenze bleiben LP und Archivprogramm verständlicher.

Als Brücke ist das Album wertvoll, weil es nicht jeden Kontrast löst. Die gefeierte Geschlossenheit des Nachfolgers wird nach diesen offenliegenden Richtungen deutlicher.

Sein stärkstes Vermächtnis ist unverkleideter Eklektizismus. Hardrock, Satire, Blues, Jazz und Soundtrackatmosphäre bleiben verschieden, während Rhythmusgruppe und Produktion die LP zusammenhalten.

Originalprogramm

Zwölf Originaltitel vor vier späteren Ergänzungen

Z12 44016: zwölf Titel, endend mit New Dope in Town.
Verbindet Clear mit dem Debüt von 1968; eine Neuverpackung, kein neues Studioalbum.
Ergänzt nach dem Originalfinale 1984, Sweet Stella Baby, Fuller Brush Man und Coral.

Das Originalalbum enthält zwölf Titel, sechs pro Seite. Ice, Clear und Caught sind die drei Instrumentals. Der Seitenwechsel folgt Policeman’s Ball; bewahren Sie ihn für den Übergang zu Lockes erweitertem Ice.

1984 und Sweet Stella Baby waren eine spätere Single von 1969 und keine Original-LP-Titel. Fuller Brush Man und Coral gehören ebenfalls in den Anhang von 1996.

Model Shop von 2005 rekonstruiert getrennte Filmaufnahmen. Es ist Kontext, nicht Disc zwei von Clear.

Das Spirit-Doppelset von 1973 verbindet Debüt und Clear, ohne ihren Status als getrennte Alben zu ändern. Eine digitale Liste mit sechzehn Titeln entspricht dem erweiterten Sony-Programm; für die Folge von 1969 endet man nach New Dope in Town.

Ein Hörweg

Dem Seitenwechsel und danach den Filmmusikechos folgen

  1. Beginnen Sie mit Dark Eyed Woman und Apple Orchard, um auf einen individuellen Angriff fünfstimmiges Ensemblespiel folgen zu hören.
  2. Vergleichen Sie So Little Time to Fly mit I’m Truckin’: Beide handeln von Bewegung, doch das eine verdichtet Angst, während das andere praktischen Schwung zurückbringt.
  3. Nehmen Sie Policeman’s Ball als tatsächlichen Abschluss der ersten Seite und lassen Sie Ice anschließend den Maßstab neu setzen, statt es als siebten Titel einer ununterbrochenen Playlist zu behandeln.
  4. Folgen Sie Ice, Clear und Caught als drei unterschiedlichen instrumentalen Räumen: weiter Schwebezustand, arrangierte Offenheit und konzentrierte Einengung.
  5. Hören Sie Give a Life, Take a Life zwischen Lockes Instrumentalstücken und dem Roadsong; sein moralischer Tausch wird zum vokalen Scharnier der zweiten Seite.
  6. Beenden Sie den Durchgang mit New Dope in Town, dessen fünfköpfige Autorenangabe die kollektive Energie wieder ins Zentrum rückt.
  7. Spielen Sie erst nach dem ursprünglichen Finale 1984 und Sweet Stella Baby als separate Single sowie Model Shop als wiedergewonnenen Filmmusik-Kontext.

Recherche und Quellen

Quellen und weiterführende Lektüre

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