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Bild 065Synth Britannia2009
Der Vorführraum · Film 065

Synth Britannia

BBC-Geschichte darüber, wie teure experimentelle Technik zum Werkzeug für Außenseiter und anschließend für den Mainstream-Pop wurde

RegieBenjamin Whalley
Filmjahr2009
Laufzeit88–90 Minuten
LandVereinigtes Königreich
ArchivregalSynthpop / Post-Punk / Elektronische Musik / Britische Musikgeschichte

Der Synthesizer tritt zweimal in die britische Popgeschichte ein: erst als Zukunftsmaschine, dann als etwas, das junge Musiker tatsächlich bezahlen können

Synth Britannia verfolgt einen Übergang, der erst nach vier Jahrzehnten elektronischen Pops unvermeidlich wirkt. Ende der 1970er besitzt der Synthesizer bereits eine umfangreiche Geschichte in experimenteller Komposition, Progressive Rock und Studiomusik. Große modulare Systeme konnten teuer, schwierig und mit Musikern verbunden sein, deren technische Aufbauten eher wie Labore als Punkclubs aussahen. Benjamin Whalleys BBC-Four-Dokumentation von 2009 beginnt dort, wo diese Verbindung aufzubrechen beginnt.

Kleinere und erschwinglichere elektronische Instrumente werden für Musiker verfügbar, die Punk- und Post-Punk-Haltungen geprägt haben. Die Technik muss nicht länger virtuosen Exzess oder institutionelle Experimente darstellen. Eine junge Band kann gerade deshalb Synthesizer einsetzen, weil wenige Menschen damit Klänge erzeugen, die einer gewöhnlichen Gitarrengruppe fehlen. Daraus entsteht eine der großen Umkehrungen der Popmusik. Ein Instrument futuristischer Schwierigkeit wird Teil knapper Popsongs. In ungefähr neunzig Minuten führt der Film von elektronischen Nischen des Undergrounds über Gary Numan, The Human League, Depeche Mode, Soft Cell, OMD, Yazoo und New Order bis zur breiteren Kultur, in der Synthesizer gewöhnliches Mainstream-Vokabular werden.

Kraftwerk werden zum entscheidenden ausländischen Beispiel, weil elektronische Musik bei ihnen wie Identität statt Gerätevorführung wirkt

Britische Synthesizermusiker erfanden elektronischen Pop nicht isoliert. Kraftwerks Einfluss ist zentral, weil die deutsche Gruppe bereits gezeigt hatte, dass Elektronik eine vollständige Ästhetik aus Rhythmus, Kleidung, Bild, modernem Verkehr, Architektur und kontrollierter Aufführung tragen konnte. Dieser Einfluss geht tiefer als ein neuer Keyboardklang. Kraftwerk bieten ein Modell zur Ablehnung ererbten Rockverhaltens.

Eine Band braucht keinen Bluesgitarristen im Mittelpunkt. Der Sänger muss keine amerikanische Vortragsweise nachahmen. Wiederholung kann diszipliniert statt primitiv sein. Maschinen dürfen sichtbar bleiben, ohne die Aufführung zur Technikmesse zu machen. Für britische Post-Punk-Musiker auf der Suche nach Auswegen aus Rockkonventionen ist das befreiend. Die Verbindung macht Synth Britannia außerdem zur natürlichen Ergänzung beider Krautrock-Dokumentationen dieser Reihe. Deutsche elektronische Experimente gelangen in britische Jugendkultur und werden dort unter anderen sozialen Bedingungen zu etwas Neuem. Einfluss ist Übersetzung.

J. G. Ballard entwirft eine imaginierte britische Welt, bevor Musiker ihren Soundtrack bauen

Die BBC-Zusammenfassung verbindet frühe Elektronikkünstler ausdrücklich mit J. G. Ballard. Seine Bilder von moderner Architektur, Entfremdung, Technologie und psychischer Verschiebung lieferten eine literarische Atmosphäre, die stark zu postindustrieller britischer Elektronik passte. Das ist historisch nützlich, weil Synthpop häufig durch Mode der 1980er, helle Videos und polierte Hits erinnert wird. Die Dokumentation beginnt in dunklerem Gelände. Hochhaussiedlungen, Industrielandschaften, Science-Fiction und die gesellschaftliche Angst Großbritanniens Ende der 1970er erklären, weshalb elektronischer Klang emotional passend statt bloß neu wirken konnte. Ein Synthesizer kann die Stadt hörbar machen, ohne Fabriklärm wörtlich zu reproduzieren.

Diese künstlerische Beziehung zeigt zudem, wie Szenen medienübergreifend entstehen. Musiker lesen Romane, sehen Filme, nehmen Grafikdesign auf und bauen Lieder, deren Vokabular imaginären Welten ebenso viel verdankt wie anderen Platten. Elektronischer Pop war visuell und literarisch, bevor MTV visuelle Identität kommerziell verpflichtend machte.

Daniel Miller zeigt, dass DIY keine Gitarre verlangt

Das Do-it-yourself-Prinzip des Punk wird oft mit billigen Gitarren, kleinen Labels und der Ablehnung technischer Perfektion verbunden. Daniel Millers Arbeit als The Normal und die Gründung von Mute Records zeigen einen anderen Weg.

Elektronische Geräte können der DIY-Kultur dienen, wenn Musiker mit erschwinglichen Maschinen herkömmliche Bandstrukturen umgehen. Niemand muss erst Schlagzeuger, Bassist und Gitarrist finden, bevor eine Platte entsteht. Das verändert Klang und Wirtschaft zugleich. Mute wird später für Depeche Mode und einen größeren Elektronikkatalog zentral, doch die Anfänge zählen, weil sich unabhängige Infrastruktur und elektronische Technologie gemeinsam entwickeln. Die Szenegeschichte des Films führt damit direkt zu RetroForges Fragen über unabhängige Labels. Neue Musik braucht neue Vertriebswege, wenn etablierte Firmen den Markt zunächst nicht verstehen. Schlafzimmer oder Kleinstudio können Produktionsumgebung werden. Ein kleines Label kann die Brücke vom Experiment zum Publikum bauen.

Cabaret Voltaire halten industriellen Lärm, Tonband und Konfrontation in der Geschichte, bevor Synthpop modisch wird

Die Geschichte von Cabaret Voltaire in Sheffield verhindert, dass Synth Britannia mit eingängigen Keyboardhooks beginnt. Chris Watson, Richard H. Kirk und Stephen Mallinder verwendeten Tonband, Elektronik, bearbeitete Stimmen und rhythmische Experimente in Musik aus Industrial- und Post-Punk-Kultur. Sie kann rau und politisch aufgeladen sein, anders als viel späterer Mainstream-Synthpop.

Das zählt, weil Genregeschichten Anfänge gern vom erfolgreichen Ergebnis rückwärts konstruieren. Sobald elektronischer Pop Depeche Mode und Pet Shop Boys hervorbringt, können frühere Experimente wie primitive Vorstufen später zugänglicher Songs wirken. Cabaret Voltaire scheiterten nicht daran, Pop zu werden. Sie erkundeten einen anderen Zweck für Elektronik. Die spätere kommerzielle Szene übernimmt die Technik, nicht sämtliche ästhetischen Ziele. Eine starke Dokumentargeschichte bewahrt beides.

Sheffield wird zu einer der großen Städte elektronischer Musik, weil mehrere Antworten in enger Nachbarschaft entstehen

The Human League, Cabaret Voltaire und später Heaven 17 verbinden den Film mit Sheffield. Die industrielle Umgebung der Stadt wirkt fast zu symbolisch perfekt für Elektronikgeschichten. Die visuelle Verbindung zwischen Fabriken und Synthesizern wird zum Klischee, wenn sie deterministisch erscheint. Menschen machen nicht allein deshalb elektronische Musik, weil Stahlwerke in der Nähe stehen. Entscheidend ist ein lokales Netzwerk aus Clubs, Kunsthochschulkultur, billigen Räumen, Musikern und dem gemeinsamen Bewusstsein, dass neue Technik eine Alternative zur gewöhnlichen Rockband bietet.

Besonders aufschlussreich ist die Entwicklung von The Human League. Die frühe Gruppe mit Martyn Ware und Ian Craig Marsh erzeugt einen strengeren elektronischen Klang, bevor ein Besetzungswechsel zur kommerziell explosiven Formation von Dare führt. Ware und Marsh gründen Heaven 17. Eine Bandtrennung bringt damit zwei wichtige Zweige statt eines Gewinners und eines Verlierers hervor. Die Oral History gewinnt enorm dadurch, dass Beteiligte diese Teilung selbst beschreiben.

Gary Numans Auftritt bei *Top of the Pops* macht den Underground in wenigen Minuten für Millionen sichtbar

Die BBC nennt Tubeway Armys Auftritt mit Gary Numan und „Are ‘Friends’ Electric?“ bei Top of the Pops 1979 als Übergangsmoment. Seine Bedeutung liegt teilweise in der Reichweite des Fernsehens.

Elektronische Musik bestand bereits vor der Sendung; The Human League, Cabaret Voltaire und andere waren aktiv. Top of the Pops setzt eine sichtbar elektronische, emotional distanzierte Darbietung in eine der zentralen britischen Popinstitutionen. Plötzlich findet die Zukunft nicht im Spezialclub statt, sondern in Familienwohnzimmern.

Numans Auftritt zeigt außerdem, wie stark Bild und Klang einander verstärken. Make-up, Licht, kontrollierte Bewegung und Synthesizer schaffen eine sofort erkennbare Identität. Hier wird nicht bloß Musik populär, sondern eine visuelle Sprache lesbar. Die BBC kann die Geschichte besonders gut erzählen, weil ihr eigenes Archiv das Ereignis mit hervorgebracht hat.

John Foxx und Ultravox zeigen, dass elektronische Verwandlung innerhalb einer bestehenden Rockband stattfinden kann

Ultravox begannen nicht als vollständig elektronisches Projekt. Der Übergang durch John Foxx’ Zeit und später die Ära Midge Ure zeigt, wie Synthesizer schrittweise in eine Rockstruktur gelangen konnten. Foxx’ Soloarbeit drängt anschließend weiter zu einer minimalen elektronischen Identität. Dieser Weg unterscheidet sich von Daniel Millers Maschinenstart oder Cabaret Voltaires experimenteller Tonbandkultur. Dieselbe Technik ermöglicht verschiedene Wege. Ultravox erzielen später mit „Vienna“ gewaltigen Erfolg, wobei Synthesizer, herkömmliches Schlagzeug, Bass, Gesang und visuelle Raffinesse zusammenbestehen, ohne dass sich die Gruppe zwischen „Rock“ und „elektronisch“ entscheiden muss. Die breite Teilnehmerliste verhindert, Synthpop nur durch ein Instrument zu definieren. Elektronische Musik wird zum Ensemble von Produktionsentscheidungen, das in verschiedene Bandarchitekturen eintreten kann.

Die Trennung von The Human League macht aus einer experimentellen Gruppe zwei Mainstream-Geschichten

Die personelle Verwandlung von The Human League ist zentral, weil sie den Weg vom Elektronikexperiment zum Poperfolg verdichtet. Martyn Ware und Ian Craig Marsh verlassen die Band und gründen Heaven 17; Philip Oakey führt eine neu geordnete Human League mit Joanne Catherall und Susan Ann Sulley fort. Die neue Gruppe veröffentlicht schließlich Dare, dessen internationaler Erfolg Synthesizerpop vollständig in den Mainstream trägt. Diese Trennung ist nützlich, weil Genrewandel oft als allmähliche Kommerzialisierung einer Band erzählt wird. Hier erzeugt künstlerischer Streit getrennte Organisationen. Ein Zweig verfolgt eine eigene Mischung aus Elektronik, Funk und Pop; der andere entwickelt ein neues visuelles und vokales Gleichgewicht mit riesigem Charterfolg. Keine Geschichte muss Verrat heißen. Die Szene wird reicher, weil die ursprüngliche Konfiguration instabil bleibt.

Depeche Mode beweisen, dass technische Begrenzung zu einer dauerhaften Songwritingkultur werden kann

Depeche Mode kommen aus Basildon mit vergleichsweise einfachen frühen Elektronikarrangements und Vince Clarke, Martin Gore, Andy Fletcher und Dave Gahan. Der erste Erfolg hätte ein kurzer Synthpopmoment bleiben können. Clarke geht; die Gruppe zerfällt nicht. Gore übernimmt die zentrale Songwriterrolle, und Depeche Mode entwickeln im Lauf der 1980er eine dunklere, klanglich komplexere Identität. Der historische Bogen zeigt elektronischen Pop beim Erwachsenwerden, ohne Zugänglichkeit aufzugeben. Das zählt, weil das frühe Synthpop-Klischee kurzlebige Neuheitsgruppen um neue Maschinen vermutet. Depeche Mode zeigen das Gegenteil. Verschwindet die Neuheit des Synthesizers, müssen Songwriting, Produktion und Identität die Karriere noch immer tragen. Technik öffnet die Tür. Sie garantiert keine Langlebigkeit.

Vince Clarke wird zum besten Beispiel für elektronischen Pop als Handwerk statt futuristischer Ideologie

Nach Depeche Mode gründet Clarke mit Alison Moyet Yazoo und später mit Andy Bell Erasure. Seine Laufbahn zeigt elektronische Musik, die weniger an dystopischer Moderne als an ökonomischem Songwriting interessiert ist. Synthesizer liefern Arrangement, Rhythmus und Textur um Melodien, die als Pop funktionieren sollen. Das ist in einem Film wichtig, dessen frühe Kapitel Entfremdung, Hochhausarchitektur und experimentelle Randkultur betonen. Die Technik bleibt emotional nicht an diese Ursprünge gebunden. Eine Maschine für kalte Abstraktion kann ebenso Wärme, Romantik und direkte Hooks tragen. Elektronische Musik wird gewöhnlich genug, mehrere emotionale Genres zu enthalten. Diese Normalisierung ist eines der eigentlichen Filmthemen.

Soft Cell zeigen, wie minimale Elektronikarrangements emotional maßlos werden können

Marc Almond und Dave Ball schaffen mit Soft Cell einen weiteren nützlichen Widerspruch. Die Instrumentierung kann relativ sparsam sein; Almonds Gesang ist emotional alles andere als zurückhaltend. Diese Verbindung widerlegt die Annahme, Synthesizermusik erzeuge zwangsläufig distanzierte oder roboterhafte Gefühle. Elektronik kann die Kargheit liefern, vor der ein dramatischer Sänger noch intensiver wird. Der Erfolg mit „Tainted Love“ zeigt außerdem, wie elektronischer Pop vorhandenes Soulrepertoire neu deutet, statt sich vollständig von älteren Traditionen zu trennen. Der vermeintliche Futurismus der Szene wird teilweise aus der Vergangenheit gebaut. Neue Maschinen löschen alte Lieder nicht. Sie schaffen neue Arrangements.

New Order machen aus dem Zusammenbruch von Joy Division eine Brücke zwischen Post-Punk und Clubkultur

Nach Ian Curtis’ Tod gründen die übrigen Mitglieder von Joy Division New Order und integrieren allmählich Synthesizer, Sequenzer und Drumcomputer in einen weiterhin mit Post-Punk verbundenen Klang. Zu Beginn der 1980er wird das Verhältnis der Gruppe zu Clubs und elektronischem Rhythmus zentral für die Entwicklung britischer tanzorientierter Musik. Die BBC verwendet New Order als Teil des Endpunkts, an dem sich Synthpop zur Tanzmusik öffnet. Das ist historisch wichtig, weil elektronischer Pop nicht einfach kommerziell polierter wird. Er verändert den sozialen Raum. Musik für Zuhören und Livebands begegnet zunehmend Clubsystemen, DJs und verlängerten rhythmischen Formen. Der Weg des Synthesizers vom experimentellen Rand zur Popbühne führt weiter auf die Tanzfläche.

Pet Shop Boys bilden einen passenden späten Punkt, weil die Szene raffiniert genug geworden ist, über Pop selbst ironisch zu sein

Neil Tennant und Chris Lowe erscheinen nach den frühesten Synthpionieren und erben eine Landschaft, in der elektronischer Pop keine Rechtfertigung mehr braucht. Ihre Arbeit kann daher selbstbewusst mit Prominenz, Konsum, Clubkultur und der Konstruktion von Pop umgehen. Das ist ein wichtiger Wandel. The Human League mussten einst beweisen, dass eine Synthesizergruppe in die Charts gelangen kann. Pet Shop Boys dürfen die Technik voraussetzen und sich auf die soziale Bedeutung von Pop konzentrieren. Das Instrument ist nicht länger das Thema. Es wird zur Grammatik. Deshalb endet Synth Britannia folgerichtig ungefähr Mitte der 1980er. Sobald Elektronik gewöhnliches Mainstream-Vokabular ist, wird die Geschichte für eine einzelne Genredokumentation zu groß.

Das BBC-Archiv ist Beleg und zugleich Teil jener Institution, die die erinnerte Geschichte miterschuf

Ein Begleitprogramm, Synth Britannia at the BBC, lief um die ursprüngliche Dokumentation herum und schöpfte unmittelbar aus dem BBC-Auftrittsarchiv. Dieses Verhältnis ist ungewöhnlich aufschlussreich.

Top of the Pops, The Old Grey Whistle Test und weitere Sendungen waren keine neutralen Kameras, die eine unabhängige Szene beobachteten. Fernsehauftritte veränderten Laufbahnen, indem sie Bands weit über Clubs und Fachpresse hinaus sichtbar machten. Nun verwendet die BBC ihr eigenes Archiv, um die Geschichte jener Veränderungen zu erzählen, die sie beschleunigte. Dadurch wird der Film teilweise zur institutionellen Autobiografie. Ein Rundfunkarchiv ist am wertvollsten, wenn Zuschauer sich erinnern, dass Ausstrahlung selbst historisches Handeln war.

Die Laufzeit besitzt irreführende Sekundäreinträge, doch zeitgenössische Sendedaten stützen ungefähr neunzig Minuten

Einige heutige Fernsehdatenbanken führen Synth Britannia als sechzigminütiges Programm. Zeitgenössische Sendedaten vom Oktober 2009 und erhaltene Beschreibungen des Gesamtprogramms verorten die Dokumentation bei ungefähr neunzig Minuten; moderne Streamingkataloge nennen häufig rund 88 Minuten. Die Verwechslung kann teilweise vom gesonderten Archivprogramm Synth Britannia at the BBC stammen, das selbst ungefähr eine Stunde dauerte, sowie von später vererbten Datenbankeinträgen. RetroForge sollte deshalb ungefähr 88 bis 90 Minuten für die Hauptdokumentation verwenden und die begleitende Archivkompilation getrennt halten. Genau dafür sind quellengestützte Metadaten wichtig. Zwei Programme mit fast identischen Titeln liefen nebeneinander. Fünfzehn Jahre später beginnen Datenbanken ihre Schatten zu verschmelzen.

Die größte Leistung des Films ist zu zeigen, dass elektronischer Pop kein sauberer Bruch mit Punk war, sondern eine mögliche Zukunft des Punk

Die populäre Erzählung stellt Punkgitarren den Synthesizern der 1980er gegenüber und behandelt elektronischen Pop als polierte kommerzielle Kultur, die rohe Rebellion ersetzte. Synth Britannia argumentiert überzeugender. DIY-Ethik, unabhängige Labels, billige Geräte, Ablehnung virtuoser Rockkonventionen und Post-Punk-Experimente schaffen die Umgebung, in der Synthesizergruppen gedeihen. Die Maschine ist nicht das Gegenteil von Punk. Für manche Musiker ist sie das Werkzeug, das Punks Erlaubnis, eine eigene Band zu gründen, noch radikaler macht. Man braucht überhaupt keine Band mehr. Diese Idee verändert Pop dauerhaft.

Hinweis zum Ansehen und Sammeln

Für die Hauptdokumentation, erstmals ausgestrahlt auf BBC Four am 16. Oktober 2009, gelten ungefähr 88 bis 90 Minuten. Die gesonderte, *ungefähr einstündige Archivkompilation Synth Britannia at the BBC*** bleibt ein Begleitprogramm und ist keine alternative Schnittfassung.

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