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Psychedelic Rock

Quicksilver Messenger Service

Zwei Gitarren in Bewegung: scharfes Tremolo, offener Raum und kollektive Improvisation.

San Francisco, California, USAHerkunft
1965–1979; spätere WiederbelebungenAktive Zeit
Psychedelic RockGenre
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Überblick

Quicksilver Messenger Service gehörte neben Jefferson Airplane und Grateful Dead zur ersten Welle psychedelischer Gruppen aus San Francisco. Die stabilste frühe Aufnahmebesetzung — John Cipollina und Gary Duncan an den Gitarren, David Freiberg an Bass und Gesang sowie Greg Elmore am Schlagzeug — veröffentlichte erst 1968 nach mehreren Jahren lokaler Auftritte ein Album. Das Debüt hielt deshalb ein eingespieltes Ensemble fest und keine erst im Studio zusammengestellte Gruppe.

Der frühe Katalog wechselt zwischen kompakten, aus Folk und Blues abgeleiteten Songs und langen instrumentalen Entwicklungen. Happy Trails macht diesen Gegensatz deutlich: Eine ganze Seite wächst aus Bo Diddleys „Who Do You Love“, während die zweite über Duncans „Mona“ und „Maiden of the Cancer Moon“ zu Cipollinas „Calvary“ führt. Spätere Personalwechsel brachten zunächst Nicky Hopkins' Klavier und danach Dino Valentis stärker gesangs- und songorientierte Richtung. Der „Quicksilver-Sound“ besteht daher aus klar unterscheidbaren Phasen statt aus einer unveränderlichen Formel.

Quicksilver Messenger Service im Jahr 1970.
Quicksilver Messenger Service, 1970 Foto: Capitol Records / Wikimedia Commons · Gemeinfrei · WebP-Konvertierung

Gründung & Geschichte

Die Anfänge der Gruppe werden oft auf eine Geschichte über Dino Valenti verkürzt, doch die erhaltenen Berichte rechtfertigen es nicht, ihn als auftretendes Mitglied der klassischen Band von 1965 bis 1968 zu bezeichnen. Valenti, der „Get Together“ schrieb, war an frühen Plänen mit Cipollina beteiligt, bevor eine Haftstrafe ihn aus der entstehenden Gruppe herausnahm. Cipollina, Duncan, Freiberg, Elmore und Sänger sowie Mundharmonikaspieler Jim Murray bildeten die erste anerkannte Besetzung; Murray ging 1967, noch bevor die Capitol-Alben aufgenommen wurden.

Das Quartett nahm Quicksilver Messenger Service und das überwiegend live eingespielte Happy Trails auf. Danach ging Duncan, und Nicky Hopkins schloss sich Cipollina, Freiberg und Elmore für Shady Grove an. Duncan kehrte 1970 gemeinsam mit Valenti zurück, dessen häufig unter dem Pseudonym Jesse Oris Farrow veröffentlichte Songs Just for Love und große Teile von What About Me bestimmen. Cipollina und Hopkins gingen in dieser Phase, Freiberg folgte 1971. Weitere Besetzungen nahmen in den 1970er-Jahren auf und tourten; das Reunion-Album Solid Silver vereinte 1975 Cipollina, Duncan, Freiberg, Elmore und Valenti wieder auf einer Platte.

Die ursprüngliche Ära endete 1979, der Name jedoch nicht. Duncan leitete später Quicksilver-Projekte, und ab 2006 traten er und Freiberg erneut unter dem vollständigen Namen auf. David Freibergs Quicksilver Messenger Service wurde anschließend mit einem späteren Ensemble fortgeführt; die heutige offizielle Website unterscheidet diese Gruppe von den ursprünglichen Besetzungen der Capitol-Zeit.

Klang & Stil

Cipollina baute seinen Klang auf schnellen Bewegungen des Vibratohebels, Fingerpicking und einem maßgefertigten Verstärkersystem auf. Dieses trennte Bass- und Höhensignale der Tonabnehmer und verteilte sie auf Standel- und Fender-Verstärker mit herkömmlichen Lautsprechern und Wurlitzer-Hörnern. Das Ergebnis konnte von einem dünnen, stimmenähnlichen Schrei zu einem harten metallischen Anschlag wechseln. Duncan lieferte meist eine rundere, fließendere Linie. Auf Happy Trails bleiben beide nicht in festen Lead- und Rhythmusrollen: Phrasen überlappen, trennen sich und formieren sich über dem wechselnden Puls von Freiberg und Elmore neu.

Ebenso wichtig sind die Arrangements. „Gold and Silver“ überträgt die mit Dave Brubecks „Take Five“ verbundene Fünfermetrik auf ein Gitarreninstrumental; die Folge „Who Do You Love“ verteilt individuelle Schwerpunkte über einen durchgehenden Bo-Diddley-Rahmen. Ohne Duncan erhält Hopkins' Klavier auf Shady Grove eine tragende Funktion, besonders in seinem Instrumental „Edward, (The Mad Shirt Grinder)“. Valentis Rückkehr verschiebt das Zentrum zu wiederkehrenden Gesangshooks, akustischen Texturen und gegenkulturellen Texten. Diese Veränderungen sind hörbare Folgen verschiedener Arbeitsbesetzungen und keine simple Entwicklung von „reinem“ Frühwerk zu minderwertiger späterer Musik.

Mitglieder Kern der Capitol-Zeit: John Cipollina (Gitarre), Gary Duncan (Gitarre, Gesang), David Freiberg (Bass, Bratsche, Gesang) und Greg Elmore (Schlagzeug); Jim Murray sang und spielte Mundharmonika in der Besetzung vor dem ersten Album. Nicky Hopkins spielte Klavier auf Shady Grove. Dino Valenti kam 1970 als Sänger, Gitarrist und hauptsächlicher Songwriter zur aufnehmenden Band.

Essenzielle Alben

Capitol Records · Original 1969 release

Happy Trails formt Konzertbänder bewusst zu einem Album. Die erste Seite rahmt einzelne Episoden von Freiberg, Duncan, Elmore und Cipollina innerhalb der Folge „Who Do You Love“ und bewahrt so den Eindruck, dass die Musiker einander den Mittelpunkt übergeben. Seite zwei führt von Duncans Bo-Diddley-Adaption „Mona“ über das kollektive „Maiden of the Cancer Moon“ zu Cipollinas im Studio vollendetem „Calvary“ und endet mit dem kurzen Roy-Rogers-Thema. Der Schnitt entwickelt eine Aussage über Live-Interaktion, statt vorzugeben, eine einzige ununterbrochene Show wiederzugeben.

Schlüsseltitel: Who Do You Love suite · Mona · Calvary

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Capitol Records · Original 1969 release

Shady Grove dokumentiert nach Duncans Ausstieg ein anderes Quartett. Nicky Hopkins füllt nicht bloß den Raum der fehlenden Gitarre: Sein Klavier lenkt die Arrangements neu, vom rollenden Titelsong und Freibergs Gesangsstücken bis zum langen Instrumental „Edward, (The Mad Shirt Grinder)“. Cipollinas scharf akzentuierte Gitarre arbeitet nun gegen ein Klavier statt gegen eine zweite Gitarre, während „Flute Song“ Freibergs Bratsche und die Klangfarbe eines Gastbläsers hervorhebt. Das Album sollte als besetzungsspezifische Studioarbeit gehört werden, nicht als misslungene Fortsetzung von Happy Trails.

Schlüsseltitel: Shady Grove · Holy Moly · Edward, (The Mad Shirt Grinder)

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Capitol Records · Original 1968 release

Das Debüt von 1968 verdichtet die Bühnensprache des Quartetts zu sechs Studiotiteln. Hamilton Camps „Pride of Man“ stellt Freibergs Stimme und die dynamische Kontrolle der Band in den Vordergrund; Valentis „Dino's Song“ setzt einen knappen melodischen Kontrast. „Gold and Silver“ legt die Gitarren über einen asymmetrischen Puls, während das zwölfminütige „The Fool“ von gesungenem Material in eine anhaltende instrumentale Entwicklung übergeht. Die Produktion ist kontrollierter als auf dem folgenden Livealbum und macht die Rollenverteilung im Quartett besonders deutlich.

Schlüsseltitel: Pride of Man · Gold and Silver · The Fool

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Weitere Empfehlungen

Just for Love führt Valenti als bestimmenden Sänger und Autor ein und bringt zugleich Duncan in die Besetzung zurück. Während der Hawaii-Phase der Gruppe aufgenommen und in Kalifornien vollendet, bevorzugt das Album verbundene kurze Stücke, akustische Gitarren und wiederkehrende Gesangsphrasen gegenüber der langen Konzertarchitektur von Happy Trails. „Fresh Air“ gibt der erweiterten Band ihren klarsten kompakten Groove; das Titelmaterial erscheint in mehreren Teilen, sodass Wiederholung zum Aufbau des Albums gehört und nicht bloß der leichteren Zugänglichkeit dient.

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What About Me stammt aus derselben ausgedehnten Phase von 1970, ist jedoch weniger durch einen Aufnahmeort oder eine Besetzung vereinheitlicht. Valentis Titelsong und „Local Color“ stehen neben Duncans „Subway“, Freibergs „Baby Baby“ und Hopkins' Instrumental „Spindrifter“; Mark Naftalin ist auf mehreren Titeln zu hören, während das Keyboardpersonal wechselt. Gerade dieser Flickwerkcharakter ist interessant: Die Platte hält fest, wie die Cipollina-Hopkins-Phase der schlankeren Valenti-Duncan-Gruppe weicht.

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Warum sie weiterhin wichtig sind

Quicksilvers bleibender Beitrag ist ein praktisches Modell kollektiver Gitarrenimprovisation. Cipollina und Duncan konnten Vordergrund und Begleitung tauschen, ohne die Musik auf abwechselnde Soli zu reduzieren, während Freiberg und Elmore Metrum und Dynamik flexibel genug hielten, damit lange Stücke ihre Richtung ändern konnten. Happy Trails bewahrt diese Methode sowohl durch den Schnitt als auch durch die Aufführung: Die Suite ist aus Livebändern konstruiert, wirkt aber weiterhin von den unmittelbaren Reaktionen der Musiker bestimmt.

Die späteren Platten sind aus einem anderen Grund wichtig. Hopkins zeigt, wie die Gruppe sich um das Klavier neu organisieren konnte, während Valentis Rückkehr die improvisierende Identität mit wiederholungsreichen Songs und einer stärkeren Autorenstimme konfrontiert. Die Bandgeschichte ist durch überlappende Wiederbelebungen und umstrittene Ursprungserzählungen unübersichtlich, doch die besten Platten machen diese Veränderungen hörbar. Cipollinas erhaltene Verstärkeranlage in der Rock & Roll Hall of Fame erinnert materiell daran, dass diese Sprache zugleich von eigens entworfener Technik, Anschlag und gemeinsamem Hören abhing.

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